Mit dem Merlo-Teleskoplader Jungtiere

vor dem Ausmähen gerettet

 

Elke Morjan/Armstorf im May 2019

 

An Ideenreichtum scheitert es nicht bei den Armstorfern Jägern, wenn es darum geht die Jungtiere im Revier zu schützen. Jedes Jahr im Frühling, wenn die Landwirte ihren ersten Schnitt machen, kommen unzählige Kitze, Bodenbrüter und Hasen ums Leben.

 

Die Überschneidung der Setzzeiten mit der ersten Ernte bedeutet für viele Tiere den sicheren Tod. Von Mai bis Juni, wenn die Wiesen zum ersten Mal gemäht werden, kommt bei vielen Wildarten der Nachwuchs zur Welt. Besonders gefährlich für die jungen Wildtiere ist der natürliche „Drückreflex“ in den ersten Lebenswochen, denn er lässt sie regungslos in Deckung drücken, anstatt weg zu laufen.

 

Im Hegering 2 wurde vor einiger Zeit eine speziell für die Problematik ausgerichtete Flug-Drohne angeschafft, mit der Jungtiere gesichtet werden können. Sie überfliegt, ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera, Felder und Wiesen und spürt schnell und zuverlässig junge Wildtiere auf. Da diese defekt und somit zu dem Zeitpunkt nicht einsetzbar war, überlegten sich die Armstorfer Waidmänner eine geeignete Methode zum Wildschutz.

 

Da laut Tierschutzgesetz und verschiedenen Gerichtsurteilen die Landwirte und Lohnunternehmer in der Pflicht stehen, gefährdete Flächen nach Wild abzusuchen, übernahmen das in diesem Jahr die Revierinhaber selbst. Die Jäger Maik Bergholz und Heiner Steffens entwickelten einen Ersatz für die fehlende Flug-Drohne und versprachen sich ebenfalls den gewünschten Erfolg.

 

Ausgerüstet mit einem Merlo-Teleskoplader, der von der örtlichen Landmaschinen Firma Hildebrandt zur Verfügung gestellt wurde und einer Wärmebildkamera fuhren sie und vier weitere Jäger am Mähtag ins Revier. Der Merlo wurde am Rand der zu mähenden Grünfläche mit den Teleskopstützen gesichert und der Mannkorb bis auf 14 Meter ausgefahren. Diese Höhe reichte aus, um mit der Wärmebildkamera das Gebiet einzusehen. Mit der wärmeempfindlichen Infrarotkamera konnten die Tiere sichtbar gemacht werden, da diese höhere Temperatur haben als ihre Umgebung. 

 

Maik Bergholz gab den anwesenden Jägern aus dem Mannkorb Anweisungen, damit die Jungtiere gefunden werden konnten. Der Erfolg zeichnete sich schnell ab. Es konnten an diesem frühen Morgen Kitze und Junghasen gerettet werden. Auch der mitgeführte, angeleinte Jagdhund kam zum Einsatz und unterstützte die Waidmänner bei der Suche nach dem Tiernachwuchs. Hasen wurden aufgescheucht und Rehkitze sorgsam abgetragen und somit vor dem sicheren Tod gerettet.

 

Auch die Landwirte profitierten von dem gelungenen Einsatz der Armstorfer Jäger. Die Verunreinigung des geschnittenen Grases und die Gefahr von Botulismus im Tierbestand konnte reduziert werden. Jagdleiter Klaus-Dieter Hoops war mit der Rettungsaktion sehr zufrieden und informierte die beteiligten landwirtschaftlichen Betriebe.

 

 

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Foto Hegering 2: Der Merlo wurde zum Wildretter umfunktioniert.

 

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Foto Hegering 2: Maik Bergholz gibt Anweisungen. 

 

 

Jahreshauptversammlung des Hegering 2

         

 

Elke Morjan, Hollnseth im März 2019    Fragen zur aktuellen Jagdpolitik und Sachstandsberichte über die Jagdreviere in der Südbörde Lamstedt standen auf der Jahreshauptversammlung des Hegering 2 zur Debatte. Leiter Klaus-Dieter Hoops berichtete über jagdliche Geschehnisse des letzten Jagdjahres und informierte die anwesenden Jäger über die bestehende Gesetzeslage. Er sprach über die sinkenden Abschusszahlen, besonders beim Dam- und Rehwild. Aus seiner Sicht, habe die steigende Wolfspopulation einen großen Anteil an den fehlenden Wildarten. „Unsere Reviere stehen unter dem Einfluss des Wolfes“, erklärte der Hegeringleiter und sprach davon, dass es immer noch zu viele Befürworter mit zu wenig Ahnung in der Bevölkerung gäbe. Das Schwarzwild hätte sich in den letzten Jahren vervielfacht. Im Hegering wurden 27 Keiler und ebenso viel Bachen gestreckt. Die intensive Bejagung sei notwendig, da die Afrikanische Schweinepest immer noch nicht eingedämmt wurde.

 

Des Weiteren informierte der Hegeringleiter über die geplante Regelung von bleifreier Munition und die Handhabung von Nachtsichtgeräten. Ebenfalls soll über einen einheitlichen Schießnachweis entschieden werden. Die derzeitige Situation der fehlenden Schießstände im LK Cuxhaven für das notwendige Schießtraining der Jäger sei prekär. Nach Alternativen werde gesucht.

 

Die Berichte von den einzelnen Obmännern begann mit dem Hundewesen. Mike Franetzki nahm Stellung zu der unterschiedlichen Auslegung der einzelnen Ländergesetze. Es gäbe Bundesländer, die schon die Arbeit am lebenden Wild und die Baujagd wieder eingeführt haben. Auch im Hegering 2 seien brauchbare Jagdhunde ausgebildet worden. Siegreich gingen aus den Prüfungen die Jagdhunde von Walter Söhl, Berthold Hudaff, Stefanie Söhl und Mike Franetzki hervor. Der Hundeobmann hob hervor, dass ideale Prüfungsbedingungen in der Börde Lamstedt vorherrschen und die einzelnen Revierinhaber den Zugang befürworten.

 

Naturschutzbeauftragter Berthold Hudaff berichtete über den explosivartigen Anstieg der Wildgänse- und Kranich Population. Er sprach von einem Naturschauspiel, wenn die Vögel einfallen oder sich wieder erheben. Auch der Silberreiher hat sich stark vermehrt und treibt sein Unwesen in den Revieren. Ob die zurzeit durchgeführte starke Ausdünnung der Seitenstreifen an den Straßenrändern gut für den Lebensraum der Insekten und Singvögel seien, stellte der Obmann in Frage.

 

Von sehr guten Schießergebnissen berichtete Schieß-Obmann Günter Heinbockel. „Unser Schützen im Hegering 2 sind das Aushängeschild für den Landkreis,“ resümierte er und gab das Abschneiden auf Bundes-, Landes- und Bezirksebene bekannt. Die Schützen Ulrike Junge, Dieter Müller und Günter Heinbockel sicherten sich die besten Platzierungen in den einzelnen Klassen.

 

Das Amt des stellvertretenden Hegeringleiters gab Jürgen Böttcher nach 18 Jahren Tätigkeit ab. Als sein Nachfolger wurde Heiner Steffens (Armstorf) gewählt.

 

Hinweise zur Afrikanischen Schweinepest-Früherkennung beim Schwarzwild gab Marco Stelljes vom Veterinäramt Cuxhaven ab. Er wies auf die drohenden wirtschaftlichen Schäden der betroffenen landwirtschaftlichen Betriebe hin und appellierte an die strikte Einhaltung der Handlungsketten. „Landwirtschaft und Jagdwesen würden sich dauerhaft verändern,“ erklärte Marco Stelljes, sollte sich die ASP ausbreiten.

 

Hegeringleiter Klaus-Dieter Hoops stellte die neuangeschaffte Drohne vor. Sie wurde schon erfolgreich getestet und steht ab sofort allen Revieren in der Südbörde Lamstedt zur Verfügung. Entsprechende Schulungseinheiten müssen die zukünftigen Nutzer absolvieren, um einen effektiven Einsatz zu gewährleisten.

 

Den musikalischen Rahmen der JHV übernahmen die Jagdhornbläser des Bläsercorps Land Hadeln/Lamstedt unter der Leitung von Dieter Tiedemann.

 

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Foto Elke Morjan: Jürgen Böttcher wurde für seine langjährige Tätigkeit geehrt.

Aktualisiert

18.05.2019

 

Die Jägerschaft

- Hegering 2

 

 

 

 

 

 



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