Jagdhornbläser der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhave

 

Ansprechpartner (Stand 16. Januar 2019):


Obmann für Jagdhornblasen:


Wolfgang Mordhorst, Altenwalde

Tel. 04723 5054 323
Mobil: 0174 810 7931
Fax: 04723 5054 321
Email: W.Mordhorst(at)mail.de

 

Stv. Obmann:
Guido Friederich, Cadenberge
Tel. 04777 444
Mobil: 0175 5797745
Email: Guido.Friederich(at)gmx.de


Zu unserer Jägerschaft gehören die folgenden Jagdhornbläsergruppen:

 

Jagdhornbläserkorps 3b
Musikalische Leitung: Werner Hadeler, Hackemühlen
Tel. : 04773 592
Mob.:
FAX:
Email:


Jagdhornbläserkorps Lamstedt/Nindorf
Musikalische Leitung: Hans-Dieter Tiedemann, Lamstedt
Tel. : 04773 891077
Mob.: 0174 2626738
FAX:
Email: Hans-Dieter.Tiedemann(at)t-online.de


Jagdhornbläserkorps Land Hadeln/Wingst
Musikalische Leitung: Guido Friederich, Cadenberge
Tel. : 04777 444
Mob.: 0175 5797745
FAX:
Email: guido.friederich(at)gmx.de


Jagdhornbläserkorps Cuxhaven
Musikalische Leitung: Wolfgang Leder, Cuxhaven
Tel. : 04721 62804
Mob.: 0170 4466184
FAX:
Email: wolfgang.leder(at)ewe.net


ES-Hornbläsergruppe Land Hadeln/Cuxhaven
Musikalische Leitung: Wolfgang Mordhorst, Altenwalde
Tel. : 04723 5054323
Mob.: 0174 810 7931
FAX: 04723 5054321
Email: W.mordhorst(at)email.de

 

 

Lag es am Fleiß, oder an der  neuen Chorkleidung?

 

Im Jagdschloss Springe fand am Sonntag, den 10.Juni 2018 der Landeswettbewerb im Jagdhornblasen statt. Insgesamt nahmen an der Veranstaltung 57 Bläsergruppen aus Niedersachsen mit insgesamt 800 Jagdhornbläserinnen und Jagdhornbläser  teil.

 

Die Bläsergruppe Cuxhaven und Land Wursten nahm an der Veranstaltung mit elf Jagdhornbläsern, in der Wertungsklasse C, teil.  Unter der musikalischen Leitung von Wolfgang Leder  kam die Bläsergruppe mit 893 Punkten auf Platz 3. Auf Platz 1 kam die Bläsergruppe Forststudenten der HAWK Göttingen vor der  Bläsergruppe der Jägerschaft Osterholz. 

 

Die Cuxhavener Bläser traten zum ersten Male in ihrer neuen Chorkleidung auf, die teilweise von der Jägerschaft Cuxhaven und von der Stadtsparkasse Cuxhaven bezuschusst wurde.

 

Ziele sind gesetzt, auch für 2020 in Springe beim  Landeswettbewerb im Jagdhornblasen dabei zu sein.   

Sehr beeindruckt von den Vorträgen zeigte sich auch Niedersachsens Landwirtschaftsministerin Barbara Otte-Kinast, die als Schirmherrin des Wettbewerbs gemeinsam mit dem Stellv. Präsidenten der Landesjägerschaft Niedersachsen Ernst Dieter Meinecke, ihre Wertschätzung für das Jagdhornblasen zum Ausdruck brachten.

 

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Foto:  W. Mordhorst

Auf dem Foto v.L. H.Ziegenbruch, H.Brüggebors, C.Höft, C.Stehle, H.Duncker, W.Leder, A.Hauk, J.Ahlf, H-H.Petershagen, K.Dock, V.Kaluza.

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Das Naturhorn in jagdlichen Tradition

 

 

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wm/März 2017 Das eine geht oftmals nicht ohne das andere, so auch bei einer gemeinschaftlichen Jagd. Bis zum Beginn der Bewirtschaftung von Äckern, dem Einstieg in Vorratshaltung und Domestizierung von Tieren ab der Jungsteinzeit (8000 - 5000 v. Chr.), mussten sich Jäger schon etwas einfallen lassen, um das Überleben ihrer Sippe zu sichern. Das Sammeln von Früchten, Knollen und Eiern reichte keinesfalls aus. Allein mit dem Speer bzw. Pfeil und Bogen auf Jagd zu gehen war auch nicht sehr effizient. Erfolgreicher war es, wenn sich mehrere Jäger zusammen taten und gemeinschaftlich auf Jagd gingen.

 

Funde beweisen, dass sich Handlungsmuster entwickelten - eine jagdliche Tradition - zu dessen Koordination auch Signale genutzt wurden. Als Signalgeber war das Tierhorn erste Wahl. Durch Aufbohren der Spitze ist dieser Hohlkörper schnell zu einem Signalgerät umfunktioniert. Aufgrund der geringen Länge, können jedoch nur ein bzw. zwei Töne erzeugt werden. Sie reichen aber aus, um ähnlich dem Morsealphabet, Nachrichten und damit auch Handlungsanweisungen über größere Distanzen zu übertragen.

 

Den Namen "Naturhorn" erhält ein solches Horn aber nicht aufgrund seines Rohmaterials, sondern aufgrund der natürlichen Erzeugung von Tönen. Es sind keine technischen Einrichtungen, wie Ventile, Klappen oder Zug vorhanden, die die Tonhöhe verändern. Lediglich die Baulänge des Horns (ggfs. mit Umschaltung) definiert die Anzahl der mittels Lippentechnik angestoßenen Naturtöne und bestimmt damit auch die Stimmung des Horns.

 

Der Signalgeber aus Tierhorn war über tausende von Jahren neben Hörnern aus Holz ein treuer Begleiter der Jäger. Technische Innovationen verbesserten die Verfahrenstechniken der Jagd, jedoch kaum das Horn. Erst mit der Fähigkeit Hörner aus Metall herzustellen, erweiterte sich aufgrund möglicher größerer Baulängen, die Naturtonreihe und damit auch das Nutzungsspektrum. Dies jedoch weniger im Gebrauch der Jäger, sondern vielmehr im religiösen bzw. im militärischen Bereich; Funde in Ägypten, datiert auf vor 2000 v.Chr., beweisen dies. Ab dem Mittelalter gesellte sich das weit verbreitete Posthorn dazu, dessen Nutzung jedoch ein Privileg im Postkutschendienst war; anderen war die Nutzung untersagt.

 

Erst im Zuge der Feudalherrschaft des Spätmittelalters, nimmt das meist aus einer Kupferlegierung hergestellte Horn auch vermehrt Einzug in die Jagd. Es wurde zur Lenkung der im 17./18. Jahrhundert in europäischen Fürstenhäusern - insbesondere in Frankreich - beliebten Parforce-Jagden genutzt (par force = mit Gewalt). Eine mit einer Hundemeute zu Pferde betriebene Hetzjagd, an dessen Ende das völlig erschöpfte Tier vom adligen Jagdherrn erlöst wurde. Diese Parforce-Jagden sind aufgrund der vom Wild zu erleidenden Qualen natürlich längs verboten.

 

Für die Parforce-Jagd wurden ringförmige Naturhörner entwickelt, die von Reitern gut auf der Schulter getragen und geblasen werden konnten. Die sich ergebende Baulänge (ca. 3 – 4 m) führte dazu, dass auch der Tonumfang erheblich zunahm. Je nach Bauart können Töne über fast drei Oktaven angeblasen werden. Nahezu zwangsläufig entwickelte sich ein riesiger Fundus an Fanfaren und konzertanter Musik zur Unterhaltung der Jagdgesellschaft auch nach der Jagd. Im Übrigen, zeitgleich mit Bach und Mozart, die auch nur das Naturhorn kannten.

 

Mit Ende der Feudalherrschaft und der einhergehenden Land- und Jagdreform im 19. Jahrhundert verschwand das Parforce-Horn aus der Jagd. Noch im gleichen Jahrhundert trat das kleine Fürst-Pless-Horn in B aus rein praktischen Gründen seinen Siegeszug an. Es ist noch heute tragender Bestandteil jagdlichen Brauchtums. Erst nach dem 2. Weltkrieg erlebte das Parforce-Horn in Deutschland eine Renaissance. Es hat mittlerweile mit seinem rauhen, harzigen Klang seinen Platz in der Unterhaltung von Jagdgesellschaften wieder eingenommen. Es überrascht bei öffentlichen Auftritten immer wieder mit seinem breitem Tonspektrum und dem damit möglichen mehrstimmigen, konzertanten Vortrag.

 

In der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven pflegt seit vielen Jahren die „ES-Horn Gruppe Land Hadeln/Wingst“ mit Enthusiasmus das Musizieren auf jenem Horn, unter anderem im Rahmen von Hubertusmessen. Die Gruppe besteht aus Frauen und Männern und würde sich sehr über weiteren Zuwachs freuen. Aber auch die B-Horn-Gruppen der Jägerschaft benötigen laufend Nachwuchs, nicht nur für das Brauchtum während der Jagd, sondern auch zur musikalischen Unterhaltung jenseits der Jagd.

 

Kontakt: Wolfgang Mordhorst, Tel. 04723/5054323

Wolfgang Mordhorst

 

PS: Das von den privilegierten Feudalherren vor über 200 Jahren gejagte Wild wird auch heute noch als Hochwild bezeichnet (Rothirsch, Damhirsch, Wildschweine etc.). Dies hat nichts mit der Körpergröße eines Tieres zu tun, sondern ist schlicht aus dem jeweiligen Interesse des damaligen Hochadels abzuleiten. So gehört zum Beispiel der Auerhahn auch zum Hochwild, jedoch das Reh zum Niederwild (wie Hase, Kaninchen, Fasan etc.). Dieses durfte vom niederen Adel und privilegierten Bauern gejagt werden, also von den "Niederen".

Das Handy des Jägers stirbt nicht aus

 

So manche mögen sich beim ersten Lesen der Überschrift gefragt haben, ist hier ein einfaches Mobiltelefon oder gar ein Smartphone gemeint? Nein, weit gefehlt! Es geht nicht um eins der modernen, batteriegetriebenen Kommunikationsmittel, sondern um das kreisrunde, grünumwickelte Fürst-Pless-Horn.

 

Nicht jeder kann auf diesem Horn einen Ton oder gar ein Signal hervorbringen; es gehört schon etwas Übung dazu. Ein reiner Ton entsteht erst durch trainierte, schwingende Lippen im Mundstück des Horns. Die Windungen und der Schalltrichter des Horns dienen „lediglich“ als Verstärker. Sie sorgen darüberhinaus, aufgrund der Länge der entstehenden Luftsäule (130 cm) für die Tonlage, Tonumfang und Stimmung.

 

Die Bauart des Fürst-Pless-Horns in B hat sich im 19. Jahrhundert aus dem beim Militär genutzten Bügelhorn entwickelt. Ziel war ein robustes Horn für die Jäger- und Schützeneinheiten des deutschen Bundesheeres. Aufgrund der Verdienste des Oberstjägermeisters des Deutschen Kaiserreichs Fürst von Pless bei der Einführung dieses Horns, erhielt es kurzerhand 1880 auch dessen Namen. Als äußerst praktikabel empfunden, kam es nach und nach auch außerhalb des Militärs bei der Jagd zur Anwendung und dies bis heute.

 

Das jagdliche Blasen des Fürst-Pless-Horns hat somit bereits eine recht lange Tradition. Es hat dabei zwangsläufig auch eine nachhaltige Prägung auf das jagdliche Brauchtum hinterlassen. Auf der Basis des begrenzten Tonumfangs von fünf Tönen (geübte Bläser schaffen noch zwei mehr), haben sich eine Reihe standardisierter Jagdsignale entwickelt. Sie werden in Allgemeine Signale, Jagdleitsignale, Totsignale und  meist mehrstimmige Musikstücke unterschieden.

 

Die Musikstücke dienen der Unterhaltung der Jagdgesellschaft nach der Jagd oder werden im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit einer Bläsergruppe vorgetragen, hierzu gehören auch Bläserwettbewerbe auf Landes- oder sogar Bundesebene. Dann kommt meist auch das großwindige Parforcehorn in B hinzu. Wenn es noch etwas konzertanter werden soll, wie zum Beispiel im Rahmen einer Hubertsmesse, wird das mit einem wesentlich größeren Tonspektrum ausgestattete Parforcehorn in ES oder D genutzt.

 

Nach alter Tradition und zur Pflege des jagdlichen Brauchtums begleitet das Fürst-Pless-Horn mit den spezifischen Jagdhornsignalen insbesondere die Gesellschaftsjagd. Zum Beginn ertönen aus dem Repertoire der Allgemeinen Signale die "Begrüßung" und nach der Ansprache des Jagdherren das erste Jagdleitsignal „Aufbruch zur Jagd“. Geht die Jagd zu Ende und wurde die Strecke gelegt, wird zur Ehrung des erlegten Wildes – meist von brennenden Fackeln umrahmt - die sogenannten Totsignale geblasen, gefolgt von den Signalen „Jagd vorbei“ und „Halali“.

 

Nicht ganz unwesentlich und bei der Jagdscheinprüfung – dem grünen Abitur – sogar prüfungsrelevant, ist die Kenntnis der Jagdleitsignale. Sie dienen der Steuerung der Jäger und Treiber während der Jagd. Sie übermitteln dabei auch Handlungsanweisungen hinsichtlich des Umgangs mit der Waffe. Im Detail: „Das Ganze - Anblasen des Treibens“ = Waffe darf geladen werden/freigegebenes Wild darf beschossen werden, „Hahn in Ruh“ = Schießen einstellen und „Treiber in den Kessel“ = Schießen nur noch aus dem Treiben hinaus. 

 

Die kugelförmige Abgabe der Schallwellen des Jagdhorn entwickelt hier seinen entscheidenden Vorteil gegenüber dem modernen Handy. Ertönt ein Jagdleitsignal - möglichst durch Dritte wiederholt - wird dies, von Windrichtung und Stärke beeinflusst, weitgehend von der gesamten Jagdgesellschaft ohne komplexe Fernmeldetechnik auf einen Schlag wahrgenommen, auch von manch Orientierungslosen. Es bedarf keiner Weitergabe per Handy, womöglich noch per speziell eingerichteter Whatsapp. Ein nicht zu unterschätzender sicherheitsrelevanter Aspekt, auf den ein Jagdherr nicht verzichten sollte! 

 

Zugestanden, vor einigen Jahrzehnten waren noch wesentlich größere Strecken zu verzeichnen. Das Personalmanagement war damals allein schon aufgrund der großen Anzahl von Jägern und der oftmals ebenso großen, von Obertreibern geführten Treiberwehr eine ganz andere Hausnummer. Und, Handys gab es damals auch noch nicht! Meines Erachtens gilt aber auch: Pflege und Förderung des jagdlichen Brauchtums mit dem Jagdhorn reduziert sich nicht auf die Umrahmung eines Jagdtages, sondern umfasst auch die Nutzung der oben beschriebenen Jagdleitsignale während des Jagdtages. 

 

Leider bleibt heute oftmals das Jagdhorn nach dem Signal „Aufbruch zur Jagd“ im Auto. Dabei kann es doch so zweckmäßig mit dem modernen Handy kooperieren und ggfs. zur Sicherheit während einer Jagd entscheidend beitragen. Und nebenbei gesagt, es ist schon ein besonderes Hörerlebnis, wenn das „Handy des Jägers“ während eines Jagdtages, zwecks Wiederholung eines Signals, aus unterschiedlichen Richtungen erklingt.

 

Wolfgang Mordhorst

Jagdhornblasen

Jagdhornblasen ist ein altes Kulturgut, das bis in die heutige Zeit hinein gepflegt und im praktischen Jagdbetrieb eingesetzt wird.


Bereits früh hat der Mensch erkannt, dass mit dem Büffel- oder Ochsenhorn dumpfe Töne zu erzeugen sind. Hierfür wurde die Spitze des Tierhorns abgesägt und bis zum Schalltrichter aufgebohrt. Das Jagdhorn wurde genutzt, um sich unter den Jägern auf der Jagd zu verständigen und Informationen weiterzuleiten. Mit Hilfe der Tierhörner konnte eine begrenzte Zahl von Tönen (1- 2 Töne) verschiedener Höhen erzeugt werden. Die Jagdsignale der Vorzeit bestanden somit bis hinein ins hohe Mittelalter aus einer begrenzten Anzahl von Tönen verschiedener Tondauer und Höhe.


Das Tierhorn (Hifthorn/ Rüdenhorn) wurde von den Jägern bis zum Anfang des 19. Jahrhunderts verwendet.

 

(Quelle: http://www.ljn.de/wild_und_jagd/jagdhornblasen/)

Aktualisiert

19.01.2019

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