"Die Öffentlichkeit wird über die Situation in Afrika bewusst getäuscht"

 

Seit Samstag beraten Vertreter der 183 Unterzeichner des Washingtoner Artenschutzübereinkommens über den Handel mit wilden Tieren und Pflanzen (CITES) in Genf. Länder im südlichen Afrika wollen Handelsrestriktionen für Elfenbein, Nashorn und Jagdtrophäen lockern. Tierschützer sind dagegen. Im Interview mit dem Filmemacher und Biologen Dr. Klaus Sparwasser beleuchten CIC und DJV die Forderungen der südafrikanischen Länder an die Vertragsstaatenkonferenz.

 

 

 Dr. Klaus Sparwasser:
Dr. Klaus Sparwasser: "Die Menschen in Afrika wissen sehr gut, wie sie mit ihren Ressourcen umzugehen haben, wenn man ihnen die Verantwortung dafür überlässt." (Quelle: Sparwasser/DJV)

Seit vergangenem Samstag tagt die 18. Vertragsstaatenkonferenz der Washingtoner Artenschutzübereinkunft (CITES) in Genf. Der Konferenz liegen Anträge einiger afrikanischer Länder zur Unterschutzstellung der Giraffe sowie zur Lockerung des Schutzstatus von Elefant und Nashorn vor. Tierrechtsorganisationen wie PRO WILDLIFE werben im Umfeld der Konferenz für den Totalschutz wildlebender Tiere. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) betonen die Bedeutung nachhaltiger Nutzung durch Jagd für den Artenschutz. Der Biologe und Filmemacher Dr. Klaus Sparwasser kommt im Interview mit beiden Verbänden zu dem Schluss, dass die Öffentlichkeit bewusst über die Situation vor Ort getäuscht wird.

Das Interview im Videoformat finden Sie hier:

 


CIC/DJV: Lieber Dr. Sparwasser: Im Moment vergeht eigentlich - zumindest hier in Deutschland - kein Tag ohne Meldungen zu Elfenbeinfunden, illegalem Nashornhandel oder zur Aufhebung des Jagdverbots in Botswana. Meines Wissens sind Sie gerade im südlichen Afrika, wo erwische ich Sie gerade?

Sparwasser: Ich bin hier in Simbabwe, in der Save Valley Conservancy am Ende einer langen Drehreise, die uns durch Namibia, Botswana und schließlich hier nach Simbabwe geführt hat und auf der wir auch mit Naturschützern, Jägern und Einheimischen gesprochen haben.

 

Derzeit arbeiten wir an zwei Produktionen, in denen es im Wesentlichen um Elefanten geht. Eine davon wird im Dezember 2019 bei 3sat/ZDF ausgestrahlt. Diese behandelt im Wesentlichen die „Faszination Elfenbein“, von grauer Vorzeit bis in die Gegenwart, und wir berühren dabei auch die aktuelle Situation des hoch umstrittenen Handels mit Elfenbein und die Nachfrage, die dafür im fernen Osten und besonders in China besteht.

 

Würden Sie uns kurz etwas über sich erzählen?

 

Ich bin Biologe und Filmemacher und habe bisher vorwiegend für das deutsche Fernsehen und internationale Festivals produziert. Vor zwei Jahren haben wir zusammen mit meinem südafrikanischen Freund und Partner Phillip Hattingh die Southern Cross Films gegründet, die sich schwerpunktmäßig kritisch mit Naturschutzthemen auseinandersetzt. Es ist ziemlich leicht, sich fernab des Geschehens in klimatisierten Büros in Deutschland oder Europa Strategien darüber auszudenken, wie Afrika mit seinen Wildtieren umgehen soll. Doch die Situation vor Ort und vor allem die Bedürfnisse, die die Menschen in Afrika an den Naturschutz stellen, unterscheiden sich von unserer westlichen Moral-Ethik doch ganz erheblich.

 

Mit den Erfahrungen, die Sie in den vergangenen Jahren haben sammeln können: Wie nehmen Sie die Berichterstattung hierzulande wahr?

 

Das Fortbestehen des Problems dient in erster Linie dem Geschäftsmodell vieler NGOs, die den Gedanken einer nachhaltigen Nutzung von Wildtieren strikt ablehnen. Dummerweise sind jedoch gerade die afrikanischen Länder im Naturschutz besonders erfolgreich, die zumindest eine teilweise nachhaltige Nutzung erlauben. Natürlich sind manche Konzepte zu hinterfragen. Doch solange die lokale Bevölkerung von den Wildtieren, die ja im Grunde ihnen gehören, keine ökonomischen Vorteile hat, sind alle Verbotskonzepte zum Scheitern verurteilt. Darin steckt eine gehörige Portion alten Kolonialdenkens und eine gewisse Überheblichkeit der westlichen Nationen, die nach wie vor Afrika als eine Art Spielplatz unserer gesättigten Industrie-Zivilisation sehen.

Dabei wissen die Menschen in Afrika sehr gut, wie sie mit ihren Ressourcen umzugehen haben, wenn man ihnen die Verantwortung dafür überlässt. Es gibt genug Projekte, die das gezeigt haben. Es ist tatsächlich zu hinterfragen, inwieweit nachhaltige Lösungen überhaupt erwünscht sind, oder ob es nicht viel mehr darum geht, ein erfolgreiches Geschäftsmodell für die Zukunft zu erhalten.

 

Dabei wird immer wieder kolportiert, dass die Jagd zum Beispiel für den Niedergang vieler Tierarten verantwortlich ist. Das ist ausgemachter Unsinn. Botswana etwa beherbergt nach der letzten offiziellen Zählung 130.000 Elefanten. Viele Experten gehen davon aus, dass diese Zahl aufgrund der Methodik weit höher liegen könnte. Als Botswana kürzlich ankündigte, das seit sechs Jahren bestehende Jagdverbot aufzuheben, ging ein Aufschrei um die Welt.

 

… der hierzulande in den Medien nach wie vor akut und präsent ist. Aufgrund der Aufhebung des Verbots werden sogar Aufrufe zum Tourismusboykott von Botswana laut. Sie sind selbst kein Jäger. Wo ordnen Sie denn das Vorhaben der Regierung Botswanas ein, die Jagd jetzt auf Kommunal- und Staatsland wieder zu erlauben?

 

Gehen wir einmal davon aus, dass eine Quote für den Abschuss von Elefanten festgelegt würde, die zum Beispiel 500 Elefanten pro Jahr umfasst. Angesichts der Gesamtpopulation ist diese Zahl ein Witz. Das relativiert sich ein wenig, wenn nur starke, alte Bullen mit großen Trophäen herausgegriffen würden. Doch auf die Gesamtpopulation ist die Zahl ohne Relevanz. Wenn Elefantenpopulation also irgendwo lokal bedroht sind, dann geschieht dies durch Wilderei. Wilderei hat mit kontrollierter Jagd nichts zu tun. Immerhin kommt ein Teil der Jagdeinnahmen lokalen Dorfgemeinschaften zugute. Auch das Fleisch, was ein ganz wesentlicher Faktor ist, wird unter den Menschen verteilt. Wo dies geschieht, erhöht es den Lebensstandard der dort lebenden Menschen. Und sie haben nur wenig Anreiz, sich mit Wilderei über Wasser zu halten. Wer also nachhaltige Nutzung verbieten will, schürt im Grunde damit genau das, was verhindert werden soll - nämlich das illegale Abschlachten von Tieren.

 

Natürlich muss es auch Kernzonen wie NPs geben, in denen keine nachhaltige Nutzung stattfindet. Doch selbst dort muss ein Wildtier-Management stattfinden. Selbst die größten Schutzgebiete gleichen heute ökologischen Inseln. Ihre umzäunten Flächen sind im Grunde zu klein, als dass sich Natur darin völlig unkontrolliert selbst regulieren könnte. Die Elefantenpopulationen Botswanas stehen bereits heute unter einem erhöhten Ernährungsstress und werden nur durch die Existenz unzähliger künstlicher Wasserstellen aufrechterhalten. Dies lässt sich an der Übernutzung früherer dichter Mopane-Wälder, die heute Mondlandschaften gleichen, nur allzu deutlich erkennen. Ein paar Jahre mit anhaltender Dürre in Folge, und die Elefantenpopulation dort kollabiert, mit tausenden verhungerten Elefanten und einem auf Jahrzehnte irreparablen Schaden für das gesamte Ökosystem.

 

Mondlandschaften durch Elefanten. Für uns hierzulande kaum vorstellbar. Die Hochglanzbroschüren der Reiseanbieter zeigen andere Bilder …

 

Wir träumen alle von einem Paradies, in dem Mensch und Tier harmonisch miteinander leben. Doch die Realität sieht nun einmal anders aus und dieser Tatsache sollten wir uns alle verantwortungsbewusst stellen. Dabei können westliche Länder beratend und auch finanziell zur Seite stehen. Doch die Entscheidung darüber, wie Afrika seine Wildtiere managen will, sollte den Ländern überlassen bleiben, in denen diese Tiere vorkommen.

 

Ein aktueller Beitrag von Deutschlandfunk-Kultur - ich glaube die Autorin lebt selbst in Südafrika und hat für ihren Beitrag mehrere afrikanische Länder bereist - spricht unter anderem davon, dass sich Artenschutz für die Menschen lohnen müsse. Wie sehen da Ihre Vor-Ort-Erfahrungen aus?

 

Besonders in Südafrika gibt es die Aussage „If it pays it stays.“ Man muss diesen Satz nicht mögen, und auch mir gefällt eine übermäßig starke Kommerzialisierung von Natur nur bedingt. Doch solange wir in einer Welt kapitalistischer Staatssysteme leben, in denen es um Profit und Wettbewerb geht, ist dies die einzige kurz- bis mittelfristige Lösung, die ich zum Erhalt der Biodiversität in Afrika angesichts einer immer noch stetig wachsenden Bevölkerung sehe.

Momentan erwirtschaften die meisten ländlichen Gemeinden ihren Lebensunterhalt aus Ackerbau und Viehzucht. Nur wenn es gelingt, zumindest in den angrenzenden Landesteilen um Nationalparke und andere Schutzgebiete diese in eine Wildtier-Ökonomie umzuwandeln, die ihren Profit aus dem Erhalt von renaturierten zumindest Halb-Wildnisgebieten mit einer natürlichen Artenvielfalt rekrutiert, wird es langfristig gelingen, einen Rest von Natur in Afrika zu erhalten.

 

Vor wenigen Wochen fand in Simbabwe ein erster sogenannter Wildtier-Gipfel statt. Vertreter von insgesamt zwölf afrikanischen Staaten haben daran teilgenommen. Verbunden mit dem Ergebnis dieses Gipfels sind Forderungen nach einer Legalisierung des Elfenbeinhandels oder auch Legalisierung des Nashornhandels. Wie stehen Sie persönlich zu den Forderungen vornehmlich südafrikanischer Länder?

 

Ich glaube tatsächlich, dass über einen kontrollierten Handel mit Elfenbein neu nachgedacht werden sollte. Die Argumentation vieler NGOs, dass der dreimal - 1999, 2002 und 2008 - erfolgte Verkauf von weit über 100 Tonnen Elfenbein nach Japan und China den Druck auf afrikanische Elefanten erhöht hat, zieht nicht. Die Organisation TRAFFIC, die den globalen Handel mit bedrohten Arten überwacht, kam entgegen anderslautenden Berichten zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenhang zwischen den Verkäufen und einem Anstieg der Wilderei nicht nachweisbar war. Diese “1-Off-Sales” haben zudem nichts mit einem kontrollierten Handel zu tun.

 

Dies bedeutet im Umkehrschluss nicht, dass dafür Tausende von Elefanten abgeschlachtet werden. Elefantenpopulationen wachsen in freier Natur mit einer Rate zwischen 6 und 7 Prozent pro Jahr. Dort, wo die Population stabil ist, sterben ebenso viele alte Tiere eines natürlichen Todes. Nicht alle davon tragen Elfenbein, doch damit existiert eine natürliche Quelle, aus der sich dieser Markt speisen kann.

 

Hinzu kommen die Depots in den Elefanten-Staaten im südlichen Afrika, die mit hunderten Tonnen Elfenbein randvoll sind. Der Erlös davon könnte nachhaltigen Naturschutzprojekten zugutekommen. Der Hinweis darauf, dass solche Konzepte in Afrika aufgrund der allgegenwärtigen Korruption verhindert würden, zieht in diesem Zusammenhang nicht. Die meisten NGOs (und Staatsmänner) arbeiten ja genau mit diesen Leuten zusammen. Die Verbrennung von 106 Tonnen Elfenbein und Rhinozeros-Horn in Kenia im Jahr 2016 ist dafür ein gutes Beispiel.

 

Elfenbein als legales Handelsgut wie Kaffee oder Zucker. Ich kann den Aufschrei von Organisationen wie PETA oder PRO WILDLIFE schon hören. Das widerspricht ja vollkommen dem Mainstream …

 

Gleiches gilt im Grunde für Nasenhorn. Der Nashorn-Züchter John Hume hat auf seiner Farm nahe Johannesburg rund 1.800 gut bewachte Nashörner stehen, darunter auch einige stärker gefährdete Spitzmaulnashörner. Von denen gibt es weltweit noch etwa 5.000 Tiere. Im Abstand von zwei bis drei Jahren sägt er den Tieren das Horn ab. Das geschieht für die Tiere schmerzfrei. Rhino-Horn besteht wie unsere Fingernägel aus Keratin und wächst genauso nach. John Hume sieht sich als Artenschützer, für viele NGOs ist er das Böse schlechthin. Er sitzt auf einem Berg von Nashorn-Horn, das er aufgrund der internationalen Bestimmungen nicht verkaufen darf. In Südafrika sind in Gendatenbanken die DNA-Analysen von mehr als 20.000 Nashörnern gespeichert. Ein kontrollierter Handel mit der Möglichkeit der Rückverfolgung des Nasenhorns bis zum einzelnen Tier wäre also möglich. Selbst das Aufgebot schwer bewaffneter Anti-Wilderer-Einheiten hat im vergangenen Jahrzehnt dem Töten von Nashörnern wegen ihres Horns keinen Einhalt bieten können. Ein regulierter Handel würde unter Umständen Abhilfe leisten. Wer Rhino-Horn legal erwerben kann, muss dafür keine Nashörner abschlachten. Die Frage, welche politischen und monetären Interessen es verhindern, dass dieser Weg zumindest versucht wird, scheint absolut berechtigt.

 

Die Legalisierung von Elfenbein- und Nashornhandel wurde während des UN-Wildlife Summit in Simbabwe als Baustein eines funktionierenden zukünftigen Artenschutzmodells zumindest kontrovers diskutiert. Aber auch die „Trophäenjagd“ als legales Mittel zum Zweck. Tierrechtsorganisationen gehen erwartungsgemäß auf die Barrikaden. Ist es das Schreckgespenst „Trophäenjagd“?

 

Es geht ja nicht nur um Trophäenjagd. Es geht um nachhaltige Nutzung. Zu der gehört neben Öko- und Fototourismus und dem Verkauf von überschüssigem Wild eben auch die Jagd. Wir sind in Sango auf der Save Valley Conservancy. Das 60.000 Hektar große Areal im Süden des Landes wurde 1993 von dem Hamburger Unternehmer Willy Pabst erworben. Zu dieser Zeit war es eine Rinderfarm, und auf der gesamten Fläche gab es weder Elefanten, noch Löwen, Wildhunde, Leoparden oder andere Wildtiere in nennenswerter Zahl. Innerhalb von 20 Jahren ist daraus ein Naturreservat entstanden, das 2.500 Elefanten, nahezu 100 Löwen und Leoparden und mehrere Rudel Afrikanischer Wildhunde beherbergt. Sango ist ein echtes Wildnisgebiet, das in seiner Artenzusammensetzung Nationalpark-Status aufweist. Zudem ernährt das Unternehmen direkt und indirekt etwa 1.300 Menschen in den umliegenden Dörfern. Dies alles ermöglichen die Einnahmen aus dem Jagdtourismus. Es ist doch nicht entscheidend, womit das Geld für Naturschutz erwirtschaftet wird, sondern was am Ende dabei herauskommt.

 

Mit welchen Wünschen respektive Forderungen treten Sie Ihre Heimreise nach Deutschland an?

Was ich mir wünsche, ist relativ einfach: Dass wir wegkommen von diesen emotionsgeladenen Diskussionen und einem mehr als fadenscheinigen institutionalisierten Naturschutz. Und dass wir gemeinsam an einer wirklichen Lösung des Problems arbeiten - eingedenk der Realität vor Ort. Eine Lösung, die dann auch für die Zukunft trägt und es künftigen Generationen von westlichen Touristen wie afrikanischen Einheimischen ermöglicht, zumindest einen Rest jener Wildnis zu erleben, die früher für ganz Afrika selbstverständlich war. Die Öffentlichkeit wird heute über die reale Situation in Afrika bewusst getäuscht, und ich sehe es als meine Aufgabe als Filmemacher an, daran etwas zu ändern.

 

Verwilderte Hauskatzen sind Gefahr für die Artenvielfalt

 

 

Jährlich töten streunende Hauskatzen in Deutschland mindestens 100 Millionen Vögel. Der DJV fordert eine generelle Kastrations- und Registrationspflicht, um deren unkontrollierter Fortpflanzung entgegenzuwirken.

 

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Anlässlich des Weltkatzentags macht der DJV darauf aufmerksam, dass verwilderte Hauskatzen die Artenvielfalt gefährden. (Quelle: DJV)

Anlässlich des Weltkatzentags macht der Deutsche Jagdverband (DJV) darauf aufmerksam, dass verwilderte Hauskatzen die Artenvielfalt gefährden. Insgesamt leben 14,8 Millionen Tiere in deutschen Haushalten, hinzu kommen rund 2 Millionen ohne Besitzer. Letztere töten nach Hochrechnungen jährlich mindestens 100 Millionen Vögel sowie 300 Millionen kleine Säugetiere und Reptilien. Der DJV fordert deshalb eine bundesweite Kastrations- und Registrationspflicht für Hauskatzen nach dem Paderborner Modell, welches bereits in hunderten Kommunen Verwendung findet. „Ziel muss es sein, die Quelle wildernder Hauskatzen zum Versiegen zu bringen“, sagt DJV-Pressesprecher Torsten Reinwald. Tierschutz sei für Jäger unteilbar und gelte auch für Wildtiere.

 

Hauskatzen bekommen zwei Mal im Jahr etwa vier bis sechs Jungtiere. Diese können ab dem sechsten Lebensmonat bereits trächtig werden. Laut einem linearen Rechenmodell hat ein verwildertes Hauskatzenpärchen in sieben Jahren etwa 420.000 Nachkommen. Das Risiko besteht jederzeit, dass sogenannte Freigänger sich mit verwilderten Artgenossen paaren und die Jungen unbemerkt im Schuppen oder hinter dem Brennholzstapel zur Welt kommen. Die nächste Generation von Streunern ist geboren und entzieht sich komplett dem Einfluss des Menschen. Verwilderte Hauskatzen sind sehr scheu und in den meisten Fällen nicht sozialisierbar. Das heißt: Sie dulden im Tierheim keine Artgenossen in nächster Nähe und sind zudem kaum vermittelbar an Tierfreunde.

 

In Großbritannien töten Hauskatzen nach wissenschaftlichen Hochrechnungen 275 Millionen Wildtiere, in den USA allein 4 Milliarden Vögel. Experten einer australischen Studie der Charles Darwin Universität in Casuarina weisen Katzen die Hauptschuld am Aussterben mehrerer Säugetierarten auf ihrem Kontinent zu. Die internationale Weltnaturschutzunion (IUCN) listet die Katze auf Platz 38 der 100 gefährlichsten invasiven Arten.

 

Junge Seehunde bitte nicht anfassen!

 

Noch bis August säugen Seehunde ihren Nachwuchs auf Sandbänken an den Küsten. Der Deutsche Jagdverband bittet Urlauber, Abstand zu halten. Junge Seehunde auf keinen Fall anfassen, sonst werden sie zu Waisen.

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Junge Seehunde in keinem Fall anfassen, da sie sonst verwaisen. (Quelle: Kaufmann/DJV)

Urlauber an der Nord- und Ostseeküste können derzeit mit etwas Glück Seehunde in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Noch bis August säugen die Tiere ihren Nachwuchs auf Sandbänken. Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt dringend, einen Mindestabstand von 300 Metern einzuhalten: Fühlen sich die Tiere gestört, kann es sein, dass Mutter- und Jungtier getrennt werden. Das kann fatale Folgen haben. Die kleinen Robben müssen alle paar Stunden gesäugt werden, sonst verhungern sie.


Abstand halten gilt auch beim Auffinden vermeintlich verlassener Jungtiere, die nach ihrer Mutter rufen. Manchmal befindet sich diese in der Nähe auf Futtersuche im Wasser. Oder sie hat ihren Nachwuchs nur zum Säugen auf der Sandbank abgelegt. Falsch verstandene Tierliebe kann Seehundjunge zu verwaisten Heulern machen: Menschen sollten das Tier keinesfalls anfassen, da die Mutter es dann wahrscheinlich nicht mehr annimmt. Seehunde haben als Fischfresser zudem von Geburt an spitze Zähne. Sie können damit ernsthafte Verletzungen hervorrufen und über den Speichel Krankheiten übertragen.


Urlauber sollten Heuler längere Zeit aus sicherer Entfernung beobachten und im Zweifelsfall die zuständige Seehundstation anrufen. Speziell geschulteWattenjagdaufseher (Niederachsen) und Seehundjäger (Schleswig-Holstein) entscheiden vor Ort über die weitere Vorgehensweise. Handelt es sich um einen Heuler, der endgültig von seiner Mutter getrennt wurde, wird dieser in die jeweilige Einrichtung zur Aufzucht gebracht. Vor allem nach Stürmen werden vermehrt Heuler an der Küste gesichtet. Ansprechpartner für die gesamte niedersächsische Küste ist die Seehundstation Norddeich (Telefon 04931/ 97 33 30), für die Küsten in Schleswig-Holstein die Station Friedrichskoog (Telefon 04854/ 13 72).


In Norddeich wurden im vergangenen Jahr knapp 250 Seehunde eingeliefert, in Friedrichskoog rund 210. Schleswig-Holstein hat für 2018 mit 4.500 Seehund-Geburten in freier Natur einen Rekord verzeichnet - ein Plus von mehr als 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Niedersachsen hingegen waren die Zählergebnisse rückläufig: Knapp 2.160 Jungtiere bedeuten ein Minus von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Die Seehundstationen in Norddeich und Friedrichskoog gründen auf dem Engagement der Jäger und der jeweiligen Landesjagdverbände. Die für die Arbeit der beiden Stationen so wichtigen Wattenjagdaufseher oder Seehundjäger sind Jäger, die sich speziell fortgebildet haben und ihrer Tätigkeit ehrenamtlich nachgehen. 

„Willkommen Wolf reicht nicht, Politik muss dringend handeln“

 

Aktionsbündnis Forum Natur fordert aktives Wolfsmanagement  

 

Die Initiative
Die Initiative "Wolf bleibt Wolf" ist im Internet unter der Adresse www.wolfbleibtwolf.de zu finden.
(Quelle: AFN/DJV)

20. Mai 2019 (DJV) Berlin  Die Zahl der Wölfe in Deutschland steigt exponentiell mit erheblichen Folgen für den ländlichen Raum, die Landnutzer und vor allem die Weidetierhaltung. Die Schäden steigen weiter an, naturnahe Weidewirtschaft gerät in Gefahr. „Willkommen Wolf alleine reicht nicht, es besteht dringender Handlungsbedarf auf politischer Ebene“, betont Max Freiherr von Elverfeldt, Vorsitzender des Aktionsbündnisses Forum Natur (AFN) und Vorsitzender Familienbetriebe Land und Forst. Erschreckend sei, dass die Umweltministerkonferenz keine Fortschritte erzielt habe. Nach jahrelanger Diskussion über die Ausbreitung des nationalen Wolfsbestandes lediglich eine „Bund-Länder-Arbeitsgruppe“ einzurichten, sei für die Menschen im ländlichen Raum und die Weidetierhalter ein Hohn. „Wir erwarten von der Bundeskanzlerin eine rasche Entscheidung, die nach unserer Auffassung nur darin liegen kann, dass der Weg zum Einstieg in ein aktives Wolfsmanagement freigemacht wird“, so von Elverfeldt. Das AFN habe einen Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement vorgelegt. Von Elverfeldt startet im Rahmen einer Pressekonferenz die Initiative des AFN „Wolf bleibt Wolf“ mit der gleichnamigen Internetseite.

 

Bernhard Krüsken, Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes hält es für unrealistisch, alle Weidetierhaltungsregionen einzuzäunen, zumal es keine wolfsicheren Zäune gebe. „Der ländliche Raum kann kein vollverdrahteter Hochsicherheitsraum werden“, sagt Krüsken. Der Konflikt zwischen Wolf und Weidetierhaltung lasse sich auch nicht mit dem Scheckbuch lösen. Die Wolfspolitik dürfe sich nicht allein darauf stützen, Kosten für Herdenschutz und gerissene Schafe zu entschädigen. „In dicht besiedelten Regionen oder Gebieten mit ausgeprägter Weidewirtschaft sowie auf Almen und an den Küsten ist kein Platz für den Wolf“, bekräftigt Krüsken. Die aktuell diskutierte Anpassung des Bundesnaturschutzgesetzes an das EU-Recht sei ein MUSS, aber auch nur ein Tropfen auf den heißen Stein, wonach die Schadenshöhe als Auslöseschwelle einen Abschuss eines Wolfes abgesenkt werde. Es bedürfe einer Regulierung des Wolfsbestandes.

 

Dr. Dirk-Henner Wellershoff, Präsidiumsmitglied des Deutschen Jagdverbandes, hob hervor, dass die rasante Zunahme des Wolfes zu Artenschutzkonflikten führe. So habe der Wolf das älteste Mufflonvorkommen in Deutschland (Göhrde) innerhalb von drei Jahren ausgelöscht. Hinsichtlich der dringend erforderlichen Entnahme von Wölfen lehnt Dr. Wellershoff ein „Sondereinsatzkommando Wolf“ ab. „Wenn es um die Entnahme von Wölfen geht, müssen Jäger vor Ort die ersten Ansprechpartner sein. Ein mobiles bewaffnetes Sondereinsatzkommando Wolf ohne Ortskenntnis kann nur versagen.“ Daher fordert Wellershoff die Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht.

 

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ist ein Zusammenschluss aus neun Spitzenverbänden, die sich zum Ziel gesetzt haben, sowohl für die wirtschaftlichen als auch für die naturschützenden Belange des ländlichen Raumes einzutreten. Die im AFN zusammengeschlossenen Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer – Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Winzer, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Reiter und Fischer – sind überzeugt, dass nur durch die nachhaltige Naturnutzung die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Arten und Biotopen erhalten bleiben kann.

 

Unter folgendem link finden Sie am Ende des Berichts ein download link zu der Broschüre : Wildtiermanagement Wolf - Handlungsvorschlag für ein praxisorientiertes Wolfsmanagement in der Kulturlandschaft Deutschlands

 

 

 https://www.jagdverband.de/content/%E2%80%9Ewillkommen-wolf-reicht-nicht-politik-muss-dringend-handeln%E2%80%9C

 

Jägerschaft Land Hadeln / Cuxhaven  - 

Freisprechung  der Jungjägerinnen und Jungjäger

 

 

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 Foto: JLHC

 

Gemeinsam mit den Lehrgangsabsolventinnen und  -absolventen der Jägerschaft Wesermünde-Bremerhaven feierten die frischgebackene Jungjägerin und die Jungjäger der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven am 12. April 2019 in der Gaststätte Stockfisch in Moorausmoor  ihren Abschluss.

 

Eine Dame und achtzehn  Herren hatten sich für die ca. 8 Monate dauernde Ausbildung entschieden, die zum einen die Teilnahme an vielen Unterrichtsstunden während der Woche bedeutete, zum anderen aber auch Einsatz an zahlreichen Wochenenden verlangte:  hier fanden die Schießausbildung, Reviergänge, Drückjagden und Exkursionen statt. Eine anstrengende Zeit, die den Lehrgangsteilnehmern neben ihren beruflichen Verpflichtungen, aber auch deren Familien zahlreiche Opfer abverlangte! Schließlich musste noch eine anspruchsvolle, mehrtägige  Prüfung absolviert werden, die alle Teilnehmer des Lehrgangs bestanden haben.

 

Die Teilnahme am zeitaufwendigen Jägerlehrgang sei die richtige Entscheidung gewesen, so der Lehrgangsleiter Gerhard Klotz. Eine fundierte Ausbildung sei die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Jägerleben. Auch müsse jedem Jäger bewusst sein, dass hinter jeder Trophäe eine achtenswerte Kreatur stehe.  Ebenso  sei auch der Naturschutz eine wichtige Verpflichtung für den Jäger, denn ohne Naturschutz  sei  Jagd auf Dauer nicht möglich.

 

Ähnliche Worte fand auch der Kreisjägermeister Ahrend Müller, indem er die Jungjägerin  und die Jungjäger zu waidgerechtem Handeln aufrief. Eine gute Jagd setze immer die Übereinstimmung von Kopf und Herz voraus.  „Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst und jagen Sie mit Anstand!“ , so der Kreisjägermeister. Er  gratulierte der Lehrgangsteilnehmerin und den –teilnehmern  zur bestandenen Prüfung  und dankte allen Ausbildern und Prüfern für deren vorbildliche und ausgezeichnete Arbeit, die zu diesem hervorragenden Prüfungsergebnis geführt habe.

 

Auch der neu gewählte Vorsitzende der Jägerschaft Land Hadeln Cuxhaven, Andreas Schwanke,  gratulierte dem Lehrgang zur bestandenen Prüfung, wünschte baldigen jagdlichen Anschluss und Waidmannsheil für das kommende Jägerleben.  

Eckardt Jaeger, der Sprecher des Jägerlehrgangs, ließ die Ausbildungszeit noch einmal humorvoll Revue passieren und sprach einen herzlichen Dank an alle Ausbilder und Prüfer aus. Den Ausbildern wurde schließlich noch ein originelles Präsent überreicht.

 

Die Prüfungszeugnisse und Jägerbriefe wurden den Lehrgangsabsolventen vom Kreisjägermeister und Prüfungsvorsitzenden Ahrend Müller, Frau Steffens als Vertreterin der Unteren Jagdbehörde , dem Ausbildungsleiter Gerhard Klotz und dem Vorsitzenden der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven, Andreas Schwanke,  unter dem Beifall der Anwesenden  überreicht.

 

Kerstin van der Meer erhielt als Lehrgangsbeste eine Einladung zu einer Ansitzjagd.

 

Mit einem herzlichen Dank an die Bläserinnen und Bläser, die unter der Leitung von Wolfgang Mordhorst und Wolfgang Leder  für den feierlichen musikalischen Rahmen des Abends gesorgt hatten, schloss Gerhard Klotz den offiziellen Teil der Veranstaltung.

 

Mit Erfolg haben die Jägerprüfung abgelegt: Kerstin van der Meer, Hanke Kamps, Florian Reisen, Tobias Schumacher, Andre Olsowski, Joachim Buhr, Rolf Dieter Klatt, Tristan Gogl, Werner Schrutek, Marten Schrutek, Timo Lampe, Justin Görse, Thorsten Santomauro, Dr. Stefan Thiems, Hauke Köster, Fabian Lühmann, Harry Wesch, Daniel Cialon, Eckardt Jaeger.

 

 

ASP: Schwarzwildbestände effektiv absenken - Ausgleichszahlungen für Jäger

 

 

 

Die Schwarzwildbestände so weit abzusenken, dass die Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) möglichst unterbunden wird – das ist das präventive Ziel vor einem möglichen Ausbruch der ASP. Für den Mehraufwand, der Jagdausübungsberechtigten und Hundeführern entsteht, gewährt das Land eine finanzielle Unterstützung.

 

Antragsberechtigt ist jeweils der Jagdausübungsberechtigte. Auszahlungsbehörde ist die Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Hannover. Anders als bei sonstigen Subventionsmaßnahmen ist kein Antrag vor Beginn der Maßnahme erforderlich. Die Möglichkeit, Aufwand geltend zu machen, gilt für alles erlegte oder gefundene Schwarzwild  seit 1.4.2018.

 

 

Im Einzelnen geht es um folgende Maßnahmen:   

 

Suchen und Beproben von Fallwild und von schwerkrankem Schwarzwild

Der Hintergrund: Eine intensive, möglichst systematische Fallwildsuche wird zur frühzeitigen Erkennung eines Ausbruches für unerlässlich gehalten. Eine Verpflichtung zur Fallwildsuche hat der Jagdausübungsberechtigte jedoch nicht. Damit trägt jede Fallwildsuche zur Früherkennung bei. Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Tier. Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

 

Mehrabschuss von Schwarzwild aller Altersklassen

Der Hintergrund: Möglichst eine Reduzierung des Schwarzwildbestandes, um die Infektionskette im Falle eines möglichen Ausbruchs der ASP zu unterbinden. Die Höhe der Entschädigung beträgt 50 Euro pro Tier. Voraussetzung ist hier, dass im Einzelrevier ein Mehrabschuss in einem Jagdjahr erfolgt (erstmals 2018/19) als im Durchschnitt der drei Jagdjahre 2014/15, 2015/16 u. 2016/17 (Die Zahlen sind aus jährlicher Meldung an die Landkreise vorhanden). Die Antragstellung ist vom 1. April bis 31. Mai für das vorangegangene Jagdjahr möglich.

 

Einsatz von Jagdhunden bei revierübergreifenden Drückjagden

Der Hintergrund: Eine effektive Bejagung durch Erlegung möglichst mehrerer Wildschweine einer Rotte bei der Beunruhigung durch Hunde ist bei abgestimmten revierübergreifenden Jagden möglich. Da die Aufwandsentschädigung ausschließlich die Hundeführer erreicht und der Einsatz der Hunde revierübergreifend stattfindet, sind in diesem Fall auch Bund, Land, Kommunen, öffentlich-rechtliche Anstalten und Stiftungen antragsberechtigt. Die Höhe der Entschädigung liegt bei 25 Euro pro Einsatztag eines Jagdhundes. Voraussetzung ist hier, dass mindestens 5 direkt aneinandergrenzende Jagdbezirke oder mindestens zwei mit einer Gesamtfläche von 2.000 ha gemeinsam an einem Drückjagdtermin jagen. In diesem Fall wird ein Antrag für alle Reviere gestellt. Die Antragstellung ist bereits während des laufenden Jagdjahres möglich.

 

Die Antragsdokumente stehen Ihnen unten als PDF zur Verfügung. Die Kontaktdaten der LWK-Regionalstelle, die den Antrag für Ihr Jagdrevier entgegennimmt, finden Sie in der nachstehenden Übersicht über die antragsannehmenden Stellen.

Kontakt:
Evelyn Puls
Forstliche Förderung, ASP
Telefon: 05152-6905160
E-Mail: evelyn.puls@lwk-niedersachsen.de
Micha Maisenbacher
Forstliche Förderung, ASP
Telefon: 0511 3665-1132
Telefax: 0511 3665-1518
E-Mail: micha.maisenbacher@lwk-niedersachsen.de
 
 

Wildbret-Abgabe: die meisten Jäger fallen nicht unter das Verpackungsgesetz

Das vom DJV in Auftrag gegebene Gutachten bestätigt, dass nur Jäger vom neuen Verpackungsgesetz betroffen sind, die gewerbsmäßig mit Wildbret handeln. Dennoch gibt es einige wichtige Dinge zu beachten.

 

Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. (Quelle: DJV)
Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. (Quelle: DJV)

Das neue Verpackungsgesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt, bringt auch für einige Jäger neue Pflichten mit sich. Zunächst bestanden noch erhebliche Unsicherheit darüber, wer von dem Gesetz betroffen ist. Jetzt bestätigt ein Verpackungsrechtsexperte in einem vom DJV in Auftrag gegebenen Gutachten: Jäger, die Wildbret verpackt - etwa vakuumiert - abgeben, handeln nicht „gewerbsmäßig“, wenn sie keine Gewinne aus der Jagd erzielen. Demnach sind sie vom kommenden Verpackungsgesetz nicht betroffen und müssen sich nicht registrieren.

 

Vor allem land- oder forstwirtschaftliche Betriebe, bei denen die Jagd ein Teil des Betriebes ist, fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich des Verpackungsgesetzes. Diese Betriebe können in vielen Fällen aber sogenannte „Serviceverpackungen“ verwenden und damit die Registrierungspflicht vermeiden.

 

Der DJV hat sein Frage-Antwort-Papier zum Thema aktualisiert. Dort finden Jäger detaillierte Antworten zur möglichen Registrierungspflicht.

 

Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. Neu ist unter anderem eine Registrierungspflicht für Hersteller von verpackten Produkten. Diese müssen sich (wie bisher) an einem „dualen System“ zur Entsorgung der Verpackung beteiligen.

Verpackungsgesetz bringt neue Pflichten bei der Wildbretvermarktung

 

Ohne Registrierung darf verpacktes Wildbret ab 1. Januar 2019 nicht mehr verkauft werden.

 

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Ab dem 1. Januar 2019 bringt das Verpackungsgesetz neue Pflichten für Wildbretanbieter mit sich. (Quelle: DJV)

Das neue Verpackungsgesetz bringt auch für viele Anbieter von Wildbret ab 1. Januar 2019 neue Pflichten mit sich. Auch bislang schon mussten nach der Verpackungsverordnung alle Hersteller verpackter Produkte für die Entsorgung ihrer Verpackungen einstehen. In der Regel erfolgt dies über die Beteiligung an einem „dualen System“ (z.B. Grüner Punkt). Zu den „Herstellern“ gehören auch Jäger, die Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie oder Einzelhandel abgeben. Nicht als Hersteller im Sinne der Verpackungsverordnung gilt, wer Wild nur unverpackt (z.B. in der Decke) an Gastronomie, Einzelhandel, Verbraucher und Wildhändler abgibt.

 

Neu ab 2019 ist, dass alle „Hersteller“, sich im Verpackungsregister eintragen lassen und angeben müssen, an welchem dualen System sie sich beteiligen. Ziel der Regelung sind mehr Transparenz und eine Erhöhung der Recyclingquote durch eine bessere Erfassung aller Hersteller von verpackten Produkten. Die Registrierung erfolgt online unter www.verpackungsregister.de und ist auch jetzt schon möglich. Ohne Registrierung dürfen ab dem 1.1.2019 keine (verpackten) Produkte mehr an den Endverbraucher, Gastronomie usw. abgegeben werden. Der Verstoß dagegen kann mit einem Bußgeld geahndet werden. Eine Ausnahmevorschrift für Kleinunternehmen gibt es nicht. Wer als Jäger Wildbret verpackt (z.B. vakuumiert) an Endverbraucher, Gastronomie usw. abgibt, muss daher einen Vertrag mit einem dualen System abgeschlossen haben und spätestens ab Januar als „Hersteller“ im Verpackungsregister registriert sein.

 

Zum Verpackungsregister gibt es weitere Informationen unter www.verpackungsregister.de. Speziell zu den für Jäger relevanten Aspekten laufen noch Beratungen unter den DJV-Fachleuten. Nähere Informationen gibt es ab Mitte November unter www.wild-auf-wild.de.

West-Nil-Virus:

 

Erste Fälle der afrikanischen Tierseuche in Deutschland

 

Seit Ende August 2018 steht fest, dass das ursprünglich aus Afrika stammende West-Nil-Virus Deutschland erreicht hat. Speziell Greif- und Rabenvögel scheinen für das Virus empfänglich zu sein. Aktuell wurde die Krankheit auch erstmals bei einem Menschen in Deutschland festgestellt. DFO und DJV fordern zu erhöhter Wachsamkeit auf und geben Tipps zur Erkennung und im Umgang mit tot aufgefundenen Vögeln.

 

Apathie, Gewichtsverlust, Blindheit, Tod: Was Ende August mit einem eingegangenen Bartkauz aus Halle (Saale) begann, wird von Falknern in Deutschland mit Sorge betrachtet. Die Eule ist nachweislich am West-Nil-Virus (WNV) gestorben. Empfänglich für das erstmals 1937 in Uganda nachgewiesene Virus sind anscheinend vor allem Greifvögel, Eulen und Rabenvögel. In Bayern ist ein Tierarzt wenige Tage nach der Obduktion eines Bartkauzes an West-Nil-Fieber erkrankt, mittlerweile aber wieder genesen. Mit hoher Wahrscheinlichkeit erfolgte die Übertragung des Virus durch direkten Kontakt mit erregerhaltigen Körperflüssigkeiten des verendeten Vogels. Der Deutsche Falkenorden (DFO) und der Deutsche Jagdverband (DJV) weisen darauf hin, dass tot aufgefundene Vögel mit unklarer Todesursache nur mit Handschuhen angefasst, in Plastiktüten auslaufsicher verpackt und an die zuständigen Veterinäruntersuchungsämter weitergeleitet werden sollten. Da es sich bei WNV bei Vögeln um eine anzeigepflichtige Tierseuche handelt, müssen bereits bei Verdachtsfällen die Veterinärbehörden informiert werden. Tot aufgefundene Wildvögel können auch per App an das Tierfundkataster (www.tierfund-kataster.de) des DJV übermittelt werden. 

 

Aktuell berichten deutsche Medien, darunter das Spiegel-Magazin, von mehreren nachgewiesenen Fällen des WNV in Deutschland: allesamt Bartkäuze, Amseln und Habichte. Anders als die Bartkäuze, die aus Wildparks stammen, handelt es sich bei den Amseln und dem Habicht um tot aufgefundene Wildvögel. Die Untersuchung durch das Friedrich-Löffler-Institut (FLI) ergaben bisher bereits über zehn positive WNV-Nachweise bei Vögeln aus Sachsen-Anhalt, Sachsen, Brandenburg, Berlin, Bayern und Mecklenburg-Vorpommern. In einer Meldung aus Tschechien an den DFO ist von acht Todesfällen und fünf schweren Erkrankungsfällen bei Beizhabichten durch WNV innerhalb von nur zwei Wochen die Rede.

In Europa trat das Virus erstmals Anfang der 1960er Jahre in Frankreich auf und hat sich seitdem im gesamten Mittelmeerraum etabliert. Regelmäßig werden vor allem aus süd- und südosteuropäischen Ländern Krankheitsfälle gemeldet. Auch Menschen und Pferde können sich infizieren und erkranken. In den USA tritt das Virus seit 1999 auf und sorgt unter Greifvögeln wie Weißkopfseeadlern, Buntfalken und amerikanischen Sperbern für teils hohe Verluste. Auch Kondore sind betroffen. Als Hauptüberträger gelten Stechmücken und in einigen Fällen auch Zecken.

 

Die meisten infizierten Vögel entwickeln keine klinisch sichtbare Erkrankung (subklinische Infektion). Bei klinisch erkrankten Vögeln können Apathie, Störungen des Nervensystems sowie Blindheit und Gleichgewichtsstörungen festgestellt werden. Greifvögeln und Eulen, Rabenvögel wie Krähen oder Elstern und Gänse zählen zu den Vogelgruppen, bei denen regelmäßig schwere und teils tödlich verlaufenden Erkrankungen durch WNV beschrieben werden. Eine Infektion bei Menschen äußert sich in grippeähnlichen Symptomen, wodurch eine Erkrankung bis heute meist erst spät und generell nur selten erkannt wird. Die Infektionen verlaufen laut Robert-Koch-Institut überwiegend klinisch unauffällig. 

 

Im Interview mit Dr. Dominik Fischer, Fachtierarzt für Reptilien und für Wirtschafts-, Wild- und Ziergeflügel an der Klinik für Vögel, Reptilien, Amphibien und Fischer der Justus-Liebig-Universität Gießen, beleuchten DFO und DJV weitere Hintergründe des West-Nil-Virus und liefern Empfehlungen für die Betreiber von Auffangstationen, Falkner, Jäger und andere Naturschützer.

 

DFO/DJV: Greifvogel gefunden- was tun?

 

Dr. Dominik Fischer: Wichtig ist, ruhig zu bleiben. Lässt sich ein Vogel greifen, dann tut man das aus Gründen des Eigenschutzes am besten unter Zuhilfenahme einer Jacke oder Decke und befördert den Patienten in einen Umzugskarton zum nächstmöglichen, vogelkundigen Tierarzt. Tote Vögel sollte man nur mit Handschuhen anfassen. Traut man sich einen Transport selbst nicht zu, meldet man ein solches Tier am besten der zuständigen Behörde - also den Veterinärämtern, Forstämtern oder Naturschutzbehörden. Auch Jagdpächter, Falkner oder deren Auffangstationen sind gute Adressen, wenn es um hilfsbedürftige Vögel geht. Der Grund für die Erkrankung bzw. den Tod eines Vogels muss nicht zwangsweise eine Seuche sein, sondern kann auch alltägliche Gründe wie die Kollision mit einer Scheibe oder einem Auto haben. Auch Vergiftungen sind denkbar. Allerdings ist in Anbetracht der potentiellen Gefahr einer Infektionskrankheit des Tieres die Einhaltung hygienischer Grundsätze dringend zu empfehlen. Dies beinhaltet die Entsorgung von Einmalgegenständen (z.B. Einmalhandschuhe und Karton) sowie die gründliche Reinigung und Desinfektion der Hände und aller Kontaktflächen. Eine Liste mit geprüften Desinfektionsmittel findet man auf den Seiten des Robert-Koch-Instituts sowie der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG), wobei man im Falle von WNV unter der Kategorie „behüllte Viren“ nachschlagen sollte.

 

Das West-Nil-Virus ist recht neu. Besteht jetzt Grund zur Panik?

 

Erstmal nein. Bis dato gibt es erste bestätigte Fälle des WNV in Deutschland und es werden spätestens in den nächsten Jahren noch einige Folgen. WNV hat sich in benachbarten Ländern bereits seit längerem etabliert und es war nur eine Frage der Zeit bis es in Deutschland ausbricht. Für Auffangstationen und Falkner rate ich zur Ergreifung vorbeugender Maßnahmen: Behältnisse mit Regenwasser nicht stehen lassen und Wasser regelmäßig tauschen. Damit soll vermieden werden, dass Stechmücken als Hauptüberträger des WNV ihre Eier ablegen und sich vermehren können. Außerdem sollten Haltungseinrichtungen wie Kammern, Flugdrahtanlagen oder Volieren mit mückensicheren Netzen abgehangen werden. Das Absammeln von Zecken ist ohnehin immer ratsam.

 

Hat der Sommer 2018 die Verbreitung des Virus begünstigt?

 

Das ist anzunehmen. Auch wenn Niederschläge rar waren - Teiche, Gräben und andere stehende Gewässer sind nicht ausgetrocknet, wodurch die Mücken ideale Brutbedingungen hatten. Je mehr Mücken desto mehr potentielle Zwischenwirte („Vektoren“) und desto höher das Übertragungsrisiko. Dieses sinkt jedoch meist zum Winter hin rapide ab. Da das Virus in seinen Wirten überwintern kann, ist die Gefahr in Deutschland jedoch nach wie vor da. Wärmephasen auch im Winter sorgen dafür, dass Stechmücken fliegen und aktuell ein Restrisiko besteht.

 

Können erkrankte Wildvögel behandelt werden? Können Beizvögel von Falknern prophylaktisch behandelt werden?

 

Auch wenn es keine kausale Therapie gegen diese Viruserkrankung gibt, so kann versucht werden erkrankte Tiere symptomatisch zu behandeln, was aber meist eine intensiv-medizinische Betreuung notwendig macht. Diese Patienten benötigen Infusionen, entzündungshemmende Medikamente, meist eine Zwangsernährung und müssen ruhig untergebracht werden. Ein Therapieerfolg kann keinesfalls garantiert werden, da er sich maßgeblich nach der individuellen Abwehrlage und Konstitution des Tieres richtet. Studien an Großfalken haben ergeben, dass eine Impfprophylaxe mit verschiedenen Impfstoffen bei Greifvögeln möglich ist. Jedoch müssen hierfür Pferdeimpfstoffe durch den Tierarzt für die betreffende Vogelart umgewidmet werden. Ich empfehle jedoch unabhängig davon hohe Hygienestandards im Umfeld von Stationen und Haltungseinrichtungen anzusetzen und auch bei der Beizjagd klinisch verdächtige Beutevögel zu meiden.

Die dunkle Seite der Tierrechte

 

Menschenrechte für Tiere? Zum Bundesjägertag veröffentlicht der DJV ein Comic, das Konsequenzen von gefährlichen Allmachtsphantasien zeigt. Gegen radikale Tierrechtler im Internet geht der Dachverband der Jäger derzeit vor.

 

http://newsletter.jagdverband.de/system/assets/3285/original/comic_tierrechte_djv.jpg

 

(link zum Comic)

 

 

 

Foto: Dieter Müller, JLHC

 

Jägerschaft Land Hadeln / Cuxhaven  - Freisprechung der Jungjägerinnen und Jungjäger des Lehrgangs 2017/2018

 

 

 

Gemeinsam mit den Lehrgangsabsolventinnen und  -absolventen der Jägerschaft Wesermünde-Bremerhaven  feierten die frischgebackenen Jungjägerinnen und Jungjäger der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven e. V.  am 27. April  in der Gaststätte Büttelmann  in Wollingst ihren Abschluss.

 

Ungefähr 8 Monate anstrengende Ausbildungszeit lagen nun hinter den Jungjägerinnen und Jungjägern. Dies bedeutete viele Unterrichtstunden während der Woche neben den beruflichen Verpflichtungen der Lehrgangsteilnehmerinnen und Lehrgangsteilnehmer.  Zusätzlich an den Wochenenden lag die Schießausbildung, es wurden Exkursionen durchgeführt und es bestand die Möglichkeit zur Teilnahme an Drückjagden.   Hier waren besonders das Verständnis und die Opferbereitschaft der Familienangehörigen gefragt. Schließlich musste noch die mehrtägige staatliche Prüfung absolviert werden. Dies war nun alles glücklich überstanden.

 

Die Prüfungszeugnisse  und Jägerbriefe wurden den Lehrgangsabsolventinnen und –absolventen  vom Kreisjägermeister Ahrend Müller, Frau Steffens  als Vertreterin der Unteren Jagdbehörde des Landkreises Cuxhaven  und vom 1. Vorsitzenden  der Jägerschaft Land Hadeln / Cuxhaven, Gerhard Klotz, unter dem Beifall der Anwesenden überreicht.

Als Lehrgangsbeste erhielt Merle Glüsing eine Einladung zu einer Ansitzjagd.

 

Die Teilnahme am zeitaufwändigen  Jägerlehrgang sei die richtige Entscheidung gewesen, so der Lehrgangsleiter Gerhard Klotz. Eine fundierte Ausbildung sei die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Jägerleben. Nicht das Schießen stehe im Vordergrund, sondern dem Jäger müsse die Verantwortung für die Kreatur und seine Verpflichtung als Naturschützer jederzeit bewusst sein.

 

Ähnliche Worte fand auch der Kreisjägermeister Ahrend Müller, indem er die Jungjägerinnen und Jungjäger zu waidgerechtem Handeln aufrief. Eine gute Jagd setze immer die Übereinstimmung von Kopf und Herz voraus. Der Kreisjägermeister gratulierte schließlich den Jungjägerinnen und Jungjägern zur bestandenen Prüfung, wünschte guten jagdlichen Anschluss  und dankte den Ausbildern und Prüfern für deren vorbildliche und ausgezeichnete Arbeit. Einen besonderen Dank richtete er an die zahlreichen  Jagdhornbläserinnen und –bläser, die für den feierlichen musikalischen Rahmen der Veranstaltung gesorgt hatten.

 

Lehrgangssprecherin  Christina Schmidt  ließ noch einmal die anstrengende Ausbildungszeit Revue passieren, betonte aber auch, dass der Humor nie zu kurz gekommen sei  und bedankte sich herzlich bei allen Ausbildern. Außerdem wurden den freudig überraschten  Ausbildern auch noch treffend ausgesuchte Präsente überreicht.

 

Die Jägerprüfung haben bestanden:  Axel Schütt, Malte Klimmek, Marc Lühr, Tristan Klose, Christina Schmidt, Ralf Dohrmann, Sören Makel, Merle Glüsing, T. Makel, A. Golinski, Thorsten Schütt, Sascha Bremer.

 

Dieter Müller, Schriftführer der JS  Land Hadeln /Cuxhaven e. V.

 

 

Was tun, wenn es kracht?

 

Etwa alle zweieinhalb Minuten kollidiert laut DJV-Wildunfallstatistik ein Wildtier mit einem Auto. Wie lassen sich Wildunfälle vermeiden? Was bedeutet die Geschwindigkeit für den Bremsweg? Der Deutsche Jagdverband berät auf der Grünen Woche und beantwortet Fragen zu Wild, Jagd und Natur.

 

(Berlin, 15. Januar 2018) Etwa 228.550 Rehe, Hirsche und Wildschweine haben im Jagdjahr 2015/16 ihr Leben auf Deutschlands Straßen gelassen - Tendenz steigend. Mehr Verkehrsaufkommen, kleinere Lebensräume und gewachsene Wildtier-Bestände durch ein Übermaß an Nahrung sind einige der Ursachen. Wie Wildunfälle durch richtiges Fahr- und Bremsverhalten vermieden werden können, erläutert der Deutsche Jagdverband (DJV) an seinem Stand in Halle 4.2 ab Freitag auf der Internationalen Grünen Woche, der weltweit größten Verbrauchermesse. Besucher können beispielsweise mit einem Bremssimulator ihr Reaktionsvermögen in einer Gefahrensituation testen und verbessern. Experten erklären, wann die Wildunfallgefahr am größten ist.

 

Zudem stellt der Verband das digitale Tierfund-Kataster (www.tierfund-kataster.de) vor, dass im Straßenverkehr getötete Wildtiere erstmals bundesweit erfasst. So können Wildunfall-Schwerpunkte entdeckt und Straßen sicherer gemacht werden.

Projekt Fellwechsel gestartet

 

Das von LJV Baden-Württemberg und DJV initiierte Projekt Fellwechsel ist in die erste Saison gestartet. Raubwildbälge können ab sofort für die Fellwechsel GmbH gesammelt werden. Die Verbände informieren, wie Jägerinnen und Jäger das Projekt unterstützen können. (link vollständiger Artikel)

DJV-Pressemeldung

Von Spatzen und Katzen


Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.


(Berlin, 7. August 2017) Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.


Der DJV fordert aus Tier- und Artenschutzgründen eine bundesweite Melde- und Kastrationspflicht für Hauskatzen nach dem Vorbild des Paderborner Modells. Auf diese Weise soll eine unkontrollierte Fortpflanzung von Freigängern mit verwilderten Artgenossen verhindert werden. Der Nachwuchs wird meist unentdeckt großgezogen, die Hauskatzen verwildern. Katzen paaren sich durchschnittlich zwei mal im Jahr. Überleben pro Wurf etwa drei Junge, resultieren aus einem Hauskatzenpärchen in sieben Jahren etwa 420.000 Nachkommen (lineares Modell).


Tierhalter verstoßen gegen das geltende Tierschutzrecht, wenn sie ihre Schützlinge einfach aussetzen. Der DJV empfiehlt, frühzeitig die Versorgung der Haustiere während der Urlaubszeit sicherzustellen. Wer ein herrenloses Tier findet, sollte das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. Alternativ können Fundtiere in Tierheimen abgegeben werden.

 

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Nicht nur Feldhasen, sondern auch andere kleine Säugetiere fallen wildernden Hauskatzen zum Opfer.

 

Quelle: DJV

Wolfbegegnung - Was nun? Leben mit dem wilden Heimkehrer.

Sachliche Tipps im Umgang mit dem Wolf.

Auf seinen eigenen Pfoten kehrt der Wolf, ein einst hierzulande ausgerottete Tierart, nach Deutschland zurück. Er bereichert unsere Natur, benötigt jedoch keine Wildnis. Untersuchungsergebnisse zeigen, dass er auch in der europäischen Kulturlandschaft zurechtkommt.

 

Die Rückkehr dieser Tierart polarisiert. Generell gilt: Der Wolf ist eine streng geschützte, immer noch gefährdete Tierart, die es europaweit zu schützen gilt und von der es in ganz Deutschland derzeit nur relativ wenige Individuen gibt. Der beiliegende Flyer beantwortet einige grundsätzliche Fragen, um Ihnen den souveränen, sachlichen Umgang mit dem Wolf zu erleichtern.

Aktualisiert 19.09.2019

 

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