Lasst die Afrikaner entscheiden!

 

 

19. November 2020 (DJV/CIC) Berlin
 

Ein Video der Initiative Resource Africa fordert ein Ende westlicher Bevormundung in Sachen Jagd. 50 Vertreter wenden sich an europäische Prominente und die Politik. CIC und DJV warnen vor negativen Folgen für Lokalbevölkerung und Wildtierschutz.

 

Es sei enttäuschend, dass Anti-Jagd-Kampagnen enorme Geldsummen einbringen, aber kein Beweis erbracht wird, dass diese zum Schutz von Afrikas Tierwelt und seiner Bevölkerung beitragen.
Es sei enttäuschend, dass Anti-Jagd-Kampagnen enorme Geldsummen einbringen, aber kein Beweis erbracht wird, dass diese zum Schutz von Afrikas Tierwelt und seiner Bevölkerung beitragen. (Quelle: Wunderlich/CIC/DJV)

In einem Video, das jetzt auch in deutscher Fassung vorliegt, wehrt sich die Initiative Resource Africa gegen eine Bevormundung durch westliche Tierrechtler. Sie fordert ein Ende der Diskriminierung von afrikanischen Strategien zum Schutz von Wildtieren und eine ehrliche Auseinandersetzung mit der Lebensrealität der Lokalbevölkerung. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) warnen vor den Gefahren solcher Kampagnen für die Artenvielfalt und die Menschen vor Ort.  

 

"Wir haben es satt, dass Menschen weit entfernt, in unserem Namen reden und unsere Erfolge verunglimpfen", sagt die afrikanisch-deutsche Sprecherin in dem Video "Let Africans decide". Weit über 50 Vertreter südafrikanischer Gemeinden – darunter aus Botswana, Zambia, Tansania und Südafrika, Sprecher der CAMPFIRE- und Conservancy-Projekte in Simbabwe und Namibia – kommen in dem Video zu Wort. Es sei enttäuschend, dass Anti-Jagd-Kampagnen enorme Geldsummen einbringen, aber kein Beweis dafür erbracht wird, dass diese zum Schutz von Afrikas Tierwelt und seiner Bevölkerung beitragen, so das Fazit des Videos. Durchschnittlich 50 bis 90 Prozent der wirtschaftlichen Anreize zum Wildtierschutz stammen demnach aus nachhaltiger, regulierter, humaner und wissenschaftlich überwachter Jagd

 

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) stellte im Juli dieses Jahres wiederholt klar: "Es besteht die Gefahr, dass ein Ende der Jagd – beim Fehlen tragfähiger, alternativer Einnahmequellen – die weitaus größeren Bedrohungen noch verschärft werden, anstatt den Schutzstatus jagdbarer Arten zu verbessern." Als Hauptbedrohungen nennt die IUCN Lebensraumverlust durch Ackerbau und Viehzucht, Wilderei sowie Mensch-Wildtier-Konflikte. Einnahmen aus nachhaltiger, regulierter Jagd wirken dem direkt entgegen.

 

Im Sommer 2020 hatten sich afrikanische Gemeinden mit einem Brandbrief an Politik- und Medienprominenz in Großbritannien gewandt. Ihre Befürchtung: Prominente wie Pop-Sänger Ed Sheeran oder James-Bond "M"-Darstellerin Judi Dench verletzen mit ihrer Unterstützung der britischen Anti-Jagd-Kampagne "BanTrophyHunting" die Menschenrechte Millionen ländlich lebender Afrikaner.

 

Aktionsbündnis fordert Umweltminister

zur Wolfsregulierung auf

 

 

10. November 2020 (AFN) Berlin

Aktionsbündnis Forum Natur legt 10-Punkte-Programm zur Zukunft des Wolfes in Deutschland vor. Politik ist gefordert, Rechtsrahmen für aktives Management zu schaffen.

 

Anlässlich der vom 11. bis 13. November 2020 digital stattfindenden Umweltministerkonferenz unter dem Vorsitz der hessischen Staatsministerin, Priska Hinz, fordert das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ein aktives Bestandsmanagement des Wolfes in Deutschland. In einem 10-Punkte-Programm fordern die Verbände das Bundesamt für Naturschutz auf, über den ungebremst wachsenden Wolfsbestand vollständig und umfassend zu berichten und klar zu benennen, wie viele Wölfe insgesamt in Deutschland leben.

 

„Mit mindestens 1.800 Wölfen ist längst ein Erhaltungszustand erreicht, der es erlaubt, den Bestand zu begrenzen. Ohne eine Regulierung des Wolfsbestandes wird die Haltung von Weidetieren in der Fläche im Grundsatz infrage gestellt. Herdenschutz hat Grenzen und ist nur ein Trostpflaster. Hinhalten, Vertrösten und kleinteilige Scheckbuchpolitik ist keine zukunftsfähige Strategie – damit lassen sich die Probleme der Weidetierhalter nicht lösen", so der Generalsekretär des Deutschen Bauernverbandes, Bernhard Krüsken, im Rahmen einer Pressekonferenz des Aktionsbündnis Forum Natur gemeinsam mit den Verbänden der Weidetierhalter.

 

Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Pferdesportler und Pferdezüchter sowie Halter von Ziegen, Schafen und landwirtschaftlichen Wildtieren fordern in dem Papier, alle Bundesländer müssten jetzt in Wolfsverordnungen eine aktive Regulierung des Bestandes ermöglichen und den Wolf sowohl auf Bundes- wie auch auf Landesebene in das Jagdrecht aufnehmen. "Risse durch Wölfe nehmen exponentiell zu, Prävention stößt bereits jetzt finanziell und praktisch an ihre Grenzen. Die Politik ist deshalb gefordert, endlich den Rechtsrahmen für ein aktives Wolfsmanagement zu schaffen. Wir haben bereits jetzt in vier Bundesländern eine der höchsten Wolfsdichten weltweit“, sagt der Vizepräsident des Deutschen Jagdverbandes, Helmut Dammann-Tamke.

 

Die Weidetierhalterverbände, wie etwa Schäfer fordern, dass die Bundesländer Präventionsmaßnahmen finanzieren und Wolfsrisse vollständig entschädigen. „Es muss endlich eine für alle verständliche, nachvollziehbare und für die Weidetierhalter tragbare Definition des günstigen Erhaltungszustandes erfolgen. Erst dann wird es möglich sein, die Rahmenbedingungen für alle – für die Politik, den Wolf und die Schafhaltung festzulegen und diese auch einzuhalten und umzusetzen“, betont Alfons Gimber, Vorsitzender der Vereinigung Deutscher Landesschafzuchtverbände.

 

Das Aktionsbündnis Forum Natur (AFN) ist ein Zusammenschluss von Landnutzerverbänden, die sich zum Ziel gesetzt haben, sowohl für die wirtschaftlichen als auch für die naturschützenden Belange des ländlichen Raumes einzutreten. Die im Aktionsbündnis Forum Natur zusammengeschlossenen Verbände der Grundeigentümer und Landnutzer – Bauern, Waldbesitzer, Gärtner, Grundbesitzer, Jagdgenossenschaften, Jäger, Pferdeleute und Fischer – sind überzeugt, dass nur durch die nachhaltige Naturnutzung die bestehende Kulturlandschaft mit ihrer Vielfalt an Arten und Biotopen erhalten bleiben kann.

 

Das 10-Punkte-Programm finden Sie hier.

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung,

Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz

Postfach 2 43, 30002 Hannover

Bearbeitet von

Uwe Oltrogge

E-Mail

uwe.oltrogge@ml.niedersachsen.de

 

 

 

Ihr Zeichen, Ihre Nachricht vom Mein Zeichen (Bei Antwort angeben) Durchwahl 0511 120- Hannover

406-65001-323 (H) 2253 03.11.2020

 

Organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild

 

Bezug: Schreiben vom 26.10.2020

 

Aufgrund der neuen Corona-Beschränkungen zur Eindämmung der bundesweit

gestiegenen Infektionszahlen ist die Niedersächsische Corona-Verordnung (Nds. Corona-VO), geändert am 30.10.2020, angepasst worden. Für die Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild besteht die Notwendigkeit sowohl zur Abschuss-planerfüllung als auch zur Reduzierung der Schwarzwildbestände im Rahmen der Prävention und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest (ASP).

 

Für die Empfehlungen zum Infektionsschutz gilt

Folgendes:

  1. Rechtsgrundlage für die Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild ist § 8 Abs. 1

Nds. Corona-VO. Hier ist der Veranstaltungsbegriff weiter zu fassen als die bisher

bestehende Begrenzung, so dass die Drückjagden, z.B. veranstaltet durch die

Landesforsten oder anderen auch privaten Veranstaltern (z.B. Revierinhaber*innen)

und mit nicht dem Veranstalter zugehörigen Teilnehmenden, subsumiert werden

können.

 

Voraussetzungen für die Durchführung von Drückjagden sind danach,

  1. eine vorherige Zulassung durch die zuständigen Landkreise, kreisfreien Städte

und der Region Hannover auf Antrag der Veranstalterin oder des Veranstalters,

  1. mit nicht mehr als 50 Teilnehmerinnen und Teilnehmern,
  2. vorbehaltlich des Widerrufs in Bezug auf die Entwicklung des Infektionsgeschehens und
  3. Auflagen, die die Einhaltung und Umsetzung der im Hygienekonzept vorgesehenen Maßnahmen sicherstellen;
  4. Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann (vgl. § 3 Abs. 2, 3, 5 – 7 Nds. Corona-VO),
  5. Hygienekonzept (vgl. § 4 Nds. Corona-VO) und
  6. Datenerhebung und Dokumentation (vgl. § 5 Nds. Corona-VO).
  7. Nachstehende organisatorische Hinweise bezüglich der Einhaltung der Schutzprämissen bei der Durchführung von Drückjagden auf Schalenwild werden gegeben, damit diese auch im Jagdjahr 2020/21 erfolgreich und sicher durchgeführt werden können. Sie sind lediglich eine Hilfestellung, die sich an der derzeitigen Situation und Rechtslage orientiert (s. https://www.niedersachsen.de/Coronavirus), da die dynamische Entwicklung der COVID-19-Pandemie Prognosen bis in den Winter hinein kaum zulässt:

 

  1. Jagdleitung

Der/die Jagdleiter*in trägt die Verantwortung und hat entsprechend der Entwicklung

der Corona-Pandemie mit angepassten hygienetechnischen Maßnahmen zu

reagieren. Er/Sie hat ein Hygienekonzept nach § 4 Nds. Corona-VO bei der

Beantragung beizufügen.

 

  1. Jagdeinladungen

Sofern noch möglich, sind die Einladungen mit folgenden Hinweisen zu ergänzen:

  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Meter und der Hygieneregelungen

 

  • Mitführen von Desinfektionsmitteln und einer Mund-Nasen-Bedeckung, sowie

Nutzung derselben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.

 

  • Bekanntmachung der Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer,

Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) bei der Jagdleitung

 

  • Fernbleiben von der Jagd bei Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem

Corona-Virus SARS-CoV-2 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des

Robert-Koch-Institutes hinweisen, oder bei Einreise aus einem Risikogebiet und

Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in

einem Risikogebiet.

 

 

Risikogebiet in diesem Sinne ist ein Staat oder eine Region außerhalb der

Bundesrepublik Deutschland, für den oder die zum Zeitpunkt der Einreise in die

Bundesrepublik Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem

Corona-Virus SARS-CoV-2 besteht. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch

das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das

Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und wird durch das Robert-

Koch-Institut veröffentlicht.

 

Hinweis: Die Einladung von ausländischen Gästen und bundesweite Einladungen

werden aufgrund des aktuellen Pandemie-Geschehens sehr kritisch gesehen.

 

  • Hinweise auf Organisationsänderungen (z. B. Eigenverpflegung statt

Schüsseltreiben, möglichst mit eigenem Fahrzeug anreisen)

 

  1. Dokumentation

Der/die Jagdleiter*in hat die Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer,

Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) aller an der Jagd beteiligten

Personen zu erfassen und für die Dauer von drei Wochen nach dem Jagdtag

aufzubewahren, damit die Rückverfolgbarkeit einer etwaigen Infektionskette

gewährleistet ist. Es ist zu gewährleisten, dass von den erhobenen Kontaktdaten

unbefugte Dritte keine Kenntnis erlangen und die Daten spätestens einen Monat nach dem Jagdtag gelöscht werden.

 

  1. Jagdscheinkontrolle und Entrichtung von Kostenbeiträgen

Sofern in der Einladung und Begrüßung darauf hingewiesen wird, dass

Teilnahmevoraussetzung ein mitgeführter, gültiger Jahresjagdschein ist, kann auf eine allgemeine Kontrolle der Jagdscheine am Jagdtag verzichtet oder eine

stichprobenweise Kontrolle durchgeführt werden. Nach Möglichkeit sollte eine vorherige bargeldlose, elektronische Bezahlung etwaiger Kostenbeiträge erfolgen.

 

  1. Begrüßung und Gruppeneinteilung
  • Die Beteiligten sollten vor der Jagd schriftlich die Sicherheitsunterweisung inkl.

Freigabe erhalten und deren Erhalt sowie das vollumfängliche Verständnis der

Vorgaben (auch formlos per E-Mail) bestätigen.

 

  • Die Begrüßung ist grundsätzlich an einem zentralen Ort im Freien durchzuführen.

 

  • Sofern der Mindestabstand aus Platzgründen nicht eingehalten werden kann,

haben die Teilnehmenden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und der direkte

Kontakt ist auf das Unvermeidbare zu reduzieren.

 

  • Schützen und Jagdhelfer*innen/Hundeführer*innen können sich aus Platzgründen

getrennt oder zeitlich versetzt treffen und werden getrennt begrüßt.

 

  1. Jagdablauf
  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften mit Personen, die nicht demselben Haushalt

angehören, sollte unterbleiben.

 

  • Beim gemeinsamen Bergen und Versorgen des erlegten Wildes ist auf die

Einhaltung des Mindestabstandes zu achten und ggf. eine Mund-Nasen-

Bedeckung zu tragen.

 

  1. Ende der Jagd
  • Im Sinne einer zeitlich möglichst kurzen Zusammenkunft der Jagdbeteiligten sollte

auf das Streckelegen und die Bruchübergabe verzichtet werden.

 

  • Die Verpflegung der Jagdbeteiligten erfolgt eigenverantwortlich, um vermeidbare

Kontakte während der Mahlzeiten oder bei deren Ausgabe zu vermeiden. Auf

Alkohol soll dabei verzichtet werden.

 

  • Gastronomische Angebote können nach der Jagd unter Wahrung der für die

Gastronomie geltenden Regelungen wahrgenommen werden.

 

Mein Bezugschreiben vom 26.10.2020 ist aufgehoben.

 

Im Auftrag

gez. Oltrogge

 

DJV fordert Bewegungsjagden trotz Corona-Pandemie

 

29. Oktober 2020 (DJV) Berlin
 

Bund und Länder haben sich auf schärfere Corona-Regeln geeinigt. Der DJV fordert, dass Bewegungsjagden trotzdem stattfinden. Die sind in diesem Jahr wichtiger denn je.

 

Die Ministerpräsidenten der Länder haben am Mittwoch eine deutliche Verschärfung der Kontaktbeschränkungen aufgrund der Corona-Pandemie vereinbart. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert alle Landesregierungen auf, trotz der notwendigen Restriktionen, die Durchführung von Jagden weiterhin zu ermöglichen. Dies muss in den landesrechtlichen Verordnungen klargestellt werden. Dazu gehört auch, dass erforderliche Reisen im Rahmen jeglicher Jagdausübung nicht unter eventuelle Einreise- oder Beherbergungsverbote fallen. Die Systemrelevanz der Jägerschaft hatte die Bundesregierung gegenüber dem DJV bereits im April bestätigt. Daher wird sich der DJV im Laufe des Tages an das Bundeslandwirtschaftsministerium wenden und dieses bitten, diese Sichtweise auch in Bezug auf Bewegungsjagden gegenüber den Landesregierungen deutlich zu machen. 

 

In November und Dezember erfüllen Jägerinnen und Jäger zwischen 30 und 60 Prozent ihrer staatlich festgelegten Abschusspläne. "Diesen Anteil können wir nicht anderweitig umsetzen. Das geht nur mit Drückjagden," sagt DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Werde die Strecke nicht gemacht, habe man im nächsten Jahr einen immensen Zuwachs an Wildtieren. Besonders vor dem Hintergrund der ASP-Fälle in Brandenburg, den massiven Waldschäden und dem Umbau zu klimaresilienten Wäldern sind effektive Bewegungsjagden im Herbst wichtiger denn je. 

 

Böhning betont, dass bisher kein einziger Fall bekannt sei, bei dem sich Corona auf einer Jagd verbreitet habe. In den meisten Bundesländern gibt es bereits zusätzliche Hygienekonzepte für Gesellschaftsjagden, die vorbildlich umgesetzt werden und funktionieren. 

 


 

Wir wünschen Ihnen ein schönes Wochenende,

Ihre DJV-Geschäftsstelle

Aktualisierung: Durchführung von Gesellschaftsjagden

       unter Corona-Bedingungen

 


 

!!! Aktualisierung !!!

 

(Hannover, 26.10.2020, ML) Das Niedersächsische Landwirtschaftsministerium hat am heutigen Tage überarbeitete organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden herausgegeben. Diese sind abgestimmt mit der am 23.10.2020 in Kraft getretenen neuen Niedersächsischen Corona-Verordnung. Sie finden Sie nachstehend im Wortlaut. Sie ersetzen die seitens des ML mit Datum vom  22.10. 2020 veröffentlichten Empfehlungen:

 

Organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden

Aufgrund der bundesweit gestiegenen Infektionszahlen ist die Niedersächsische Corona-Verordnung (VO), geändert am 22.10.2020 angepasst worden. Für die Empfehlungen zum Infektionsschutz bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden gilt Folgendes:

 

I. Gesellschaftsjagden ähneln nicht den in § 8 Abs. 1 Nds. Corona-VO genannten Veranstaltungen: Messen, Kongresse, gewerbliche Ausstellungen, Spezialmärkte, Jahrmärkte und ähnliche Veranstaltungen. Die Heranziehung als Rechtsgrundlage scheidet somit aus.

 

Die Gesellschaftsjagden, z.B. veranstaltet durch die Landesforsten oder anderen auch privaten Veranstaltern (z.B. Revierinhaber*innen) und mit nicht dem Veranstalter zugehörigen Teilnehmenden, sind vielmehr als „Veranstaltungen jeglicher Art“ im Sinne des § 2 Abs. 1 Nds. Corona-VO zu betrachten. Dies führt dazu, dass

  • das Abstandsgebot bzw. bei Nichteinhaltung desselben im Freien, die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung im Freien (vgl. § 2 Nds. Corona-VO),
  • die Pflicht zum Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung in geschlossenen Räumen (vgl. § 3 Nds. Corona-VO; Hinweis: Wasch- und WC-Räume ggfs. Aufenthaltsräume),
  • Erstellung eines Hygienekonzeptes (vgl. § 4 Nds. Corona-VO) sowie
  • Datenerhebung- und Dokumentation (vgl. § 5 Nds. Corona-VO) zu beachten sind.

Das bedeutet auch, dass die Regelungen des § 6 Nds. Corona-VO nicht anzuwenden sind. Dies gilt auch für die mit Inzidenzregelungen vorgesehenen Personenbeschränkungen.

 

II. Dagegen ist ein Treffen mehrerer Jägerinnen und Jäger im privaten Rahmen, damit ist nicht die Durchführung einer Gesellschaftsjagd gemeint (siehe I.), mit dem Zweck der Jagd als private Zusammenkunft im Freien an öffentlich zugänglichen Orten (vgl. § 6 Abs. 5 Nds. Corona-VO) zu werten.

 

In diesem Fall sind die Inzidenzregelungen anzuwenden:

Private Zusammenkünfte an öffentlich zugänglichen Örtlichkeiten sind zulässig mit jeweils nicht mehr als

  • 100 Personen (vgl. § 6 Abs. 5 Nds. Corona-VO),
  • 25 Personen, wenn die Zahl der Neuinfizierten 35 oder mehr Fälle je 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen auf dem Gebiet eines Landkreises oder kreisfreien Stadt beträgt (vgl. § 6 Abs. 6 Nds. Corona-VO),
  • 10 Personen sowie aus nicht mehr als zwei Haushalten, wenn die Zahl der Neuinfizierten 50 oder mehr Fälle je 100.000 Einwohner kumulativ in den letzten sieben Tagen auf dem Gebiet eines Landkreises oder kreisfreien Stadt beträgt (vgl. § 6 Abs. 7 Nds. Corona-VO).

Dabei ist das Abstandsgebot nach § 2 Abs. 1 und 2 Nr. 1 Nds. Corona-VO einzuhalten. Bei einem besonderen Infektionsgeschehen (vgl. § 6 Abs. 6 und 7 Nds. Corona-VO) wird empfohlen, bei dem örtlich zuständigen Gesundheitsamt zu erfragen, ob eine weitergehende Anordnung gem. § 18 Nds. Corona-Verordnung (z. B. Allgemeinverfügung) ergangen ist, sofern dies nicht bereits bekannt ist und die Veranstaltung an den Vorgaben der örtlich zuständigen Behörde auszurichten bzw. nach diesen zu unterlassen.

 

III. Nachstehende organisatorische Hinweise bezüglich der Einhaltung der Schutzprämissen bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden werden gegeben, damit diese auch im Jagdjahr 2020/21 erfolgreich und sicher durchgeführt werden können. Sie sind lediglich eine Hilfestellung, die sich an der derzeitigen Situation und Rechtslage orientiert (s. https://www.niedersachsen.de/Coronavirus), da die dynamische Entwicklung der COVID- 19-Pandemie Prognosen bis in den Winter hinein kaum zulässt:

 

1. Jagdleitung

 

Der/die Jagdleiter*in trägt die Verantwortung und hat entsprechend der Entwicklung der Corona-Pandemie mit angepassten hygienetechnischen Maßnahmen zu reagieren. Gem. § 4 Nds. Corona-VO ist ein Hygienekonzept zu erstellen, umzusetzen und auf Verlangen der zuständigen Behörde vorzulegen.

 

2. Jagdeinladungen

 

Sofern noch möglich, sind die Einladungen mit folgenden Hinweisen zu ergänzen:

  • Einhaltung des Mindestabstandes von 1,5 Meter und der Hygieneregelungen
  • Mitführen von Desinfektionsmitteln und einer Mund-Nasen-Bedeckung, sowie Nutzung derselben, wenn der Mindestabstand nicht eingehalten werden kann.
  • Bekanntmachung der Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer, Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) bei der Jagdleitung
  • Fernbleiben von der Jagd bei Symptomen, die auf eine Erkrankung mit dem Corona-Virus SARS-CoV-2 im Sinne der dafür jeweils aktuellen Kriterien des Robert-Koch Institutes hinweisen, oder bei Einreise aus einem Risikogebiet und Aufenthalt zu einem beliebigen Zeitpunkt innerhalb von 14 Tagen vor Einreise in einem Risikogebiet. Risikogebiet in diesem Sinne ist ein Staat oder eine Region außerhalb der Bundesrepublik Deutschland, für den oder die zum Zeitpunkt der Einreise in die Bundesrepublik Deutschland ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit dem Corona Virus SARS-CoV-2 besteht. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat und wird durch das Robert-Koch-Institut veröffentlicht.

Hinweis: Die Einladung von ausländischen Gästen und bundesweite Einladungen werden aufgrund des aktuellen Pandemie-Geschehens sehr kritisch gesehen.

  • Hinweise auf Organisationsänderungen (z. B. Eigenverpflegung stattSchüsseltreiben, möglichst mit eigenem Fahrzeug anreisen)

3. Dokumentation

 

Der/die Jagdleiter*in hat die Kontaktdaten (Name, Anschrift, Telefonnummer, Erhebungszeiten – Ankunft und Abfahrt mit Uhrzeit) aller an der Jagd beteiligten Personen zu erfassen und für die Dauer von drei Wochen nach dem Jagdtagaufzubewahren, damit die Rückverfolgbarkeit einer etwaigen Infektionskette gewährleistet ist. Es ist zu gewährleisten, dass von den erhobenen Kontaktdaten unbefugte Dritte keine Kenntnis erlangen und die Daten spätestens einen Monat nach dem Jagdtag gelöscht werden.

 

4. Jagdscheinkontrolle und Entrichtung von Kostenbeiträgen

 

Sofern in der Einladung und Begrüßung darauf hingewiesen wird, dass Teilnahmevoraussetzung ein mitgeführter, gültiger Jahresjagdschein ist, kann auf eine allgemeine Kontrolle der Jagdscheine am Jagdtag verzichtet oder eine stichprobenweise Kontrolle durchgeführt werden. Nach Möglichkeit sollte eine vorherige bargeldlose, elektronische Bezahlung etwaiger Kostenbeiträge erfolgen.

 

5. Begrüßung und Gruppeneinteilung

  • Die Beteiligten sollten vor der Jagd schriftlich die Sicherheitsunterweisung inkl. Freigabe erhalten und deren Erhalt sowie das vollumfängliche Verständnis der Vorgaben (auch formlos per E-Mail) bestätigen.
  • Die Begrüßung ist grundsätzlich an einem zentralen Ort im Freien durchzuführen.
  • Sofern der Mindestabstand aus Platzgründen nicht eingehalten werden kann, haben die Teilnehmenden eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen und der direkte Kontakt ist auf das Unvermeidbare zu reduzieren.
  • Schützen und Jagdhelfer*innen/Hundeführer*innen können sich aus Platzgründen getrennt oder zeitlich versetzt treffen und werden getrennt begrüßt.

6. Jagdablauf

  • Die Bildung von Fahrgemeinschaften mit Personen, die nicht demselben Haushalt angehören, sollte unterbleiben bzw. kann erfolgen, wenn die im Fahrzeug befindlichen Personen eine Mund-Nasen-Bedeckung tragen. Eine Ausnahme für die Fahrerin bzw. den Fahrer ist möglich.
  • Beim gemeinsamen Bergen und Versorgen des erlegten Wildes ist auf die Einhaltung des Mindestabstandes zu achten und ggf. eine Mund-Nasen-Bedeckung zu tragen.

7. Ende der Jagd

  • Im Sinne einer zeitlich möglichst kurzen Zusammenkunft der Jagdbeteiligten sollte auf das Streckelegen und die Bruchübergabe verzichtet werden.
  • Die Verpflegung der Jagdbeteiligten erfolgt eigenverantwortlich, um vermeidbare Kontakte während der Mahlzeiten oder bei deren Ausgabe zu vermeiden. Auf Alkohol soll dabei verzichtet werden.
  • Gastronomische Angebote können nach der Jagd unter Wahrung der für die Gastronomie geltenden Regelungen wahrgenommen werden.

***

Neben der Beachtung der organisatorische Hinweise für den Infektionsschutz bei der Durchführung von Gesellschaftsjagden, ist bei diesen auch die Dokumentation der Teilnehmer erforderlich.
Nachstehend finden Sie ein Musterblatt für einen solchen Anwesenheitsnachweis. Dieses können Jagdherren/Jagdleiter für Ihre Gesellschaftjagden nutzen und sich so den Anwesensheitsnachweis der Teilnehmer dokumentieren lassen.

 

Muster_Anwesenheitsnachweis_Kontakt_Dokumentation

 

Aktuelles zur ASPAktuelles zur ASP

Aktuelles zur ASP

 

 

DJV 30.10.2020     

48 Tage nach dem ersten amtlich festgestellten Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Schwarzwildpopulation Brandenburgs, sind bis heute 30. Oktober insgesamt 114 ASP-Fälle amtlich bestätigt. Zuletzt meldete das Friedrich-Loeffler-Institut - als Nationales Referenzlabor für die ASP - elf ASP-Ausbrüche im Landkreis Oder-Spree.

Quelle: Friedrich-Loeffler-Institut und BMEL

 

Neuer Fund außerhalb des ersten Kerngebietes

 

Das Friedrich-Loeffler-Institut hat einen ASP-Verdachtsfall außerhalb der bestehenden Kernzone im Landkreis Oder-Spree amtlich bestätigt. Auf Anfrage der Märkischen Oderzeitung ist ein totes Wildschwein in der Nähe des Ortes Klein Briesen (Stadt Friedland) gefunden worden. Als erste Maßnahme wird der Landkreis Oder-Spree am Wochenende in einem Umkreis von drei bis vier Kilometern einen Elektrozaun errichten.

Der Ort Klein Briesen liegt ungefähr zwölf Kilometer entfernt von der äußeren Grenze des ersten ASP-Kerngebietes. Es ist davon auszugehen, dass die bisherigen Restriktionszonen (Kerngebiet, gefährdetes Gebiet und Pufferzone) weiter ausgedehnt werden. Auswirkungen wird der neue Fund auch auf die Einrichtung der "weißen Zone" haben. Der Bau der äußeren Zäunung der "weißen Zone" war in diesem Bereich bereits abgeschlossen.

Jagd fördert Artenvielfalt in Schutzgebieten

 

 

16. Oktober 2020 (DJV) Berlin
 

Die kürzlich vom BfN veröffentlichte "Rote Liste Säugetiere" weist für viele Arten schlechte Bedingungen aus. Die Autoren empfehlen, Neozoen in Schutzgebieten stärker zu bejagen. Der DJV begrüßt dies und fordert Fangjagd als effektives Instrument.

 

Der DJV fordert, Lebensräume weiter zu verbessern - etwa für den Feldhasen.
Der DJV fordert, Lebensräume weiter zu verbessern - etwa für den Feldhasen. (Quelle: Rolfes/DJV)

Die vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit der "Roten Liste für Säugetiere" veröffentlichten Ergebnisse sind alarmierend. Demnach sind ein Drittel der Arten im Bestand gefährdet, für viele Arten hat sich die Bestandssituation verschlechtert. Der Deutsche Jagdverband (DJV) fordert daher, Lebensräume weiter zu verbessern - etwa für den Feldhasen. Zudem muss die Zahl der Raubsäuger systematisch reduziert werden. "Schöner wohnen reicht nicht für bedrohte Arten. Politik und Behörden müssen eine effektive Jagd auf Raubsäuger besser fördern", so Professor Jürgen Ellenberger, zuständig im DJV-Präsidium für Natur- und Artenschutz. Der DJV begrüßt die Forderung der Autoren der Roten Liste, wonach Neozoen wie der Waschbär in Schutzgebieten deutlich stärker bejagt werden sollten. Das Bundesamt für Naturschutz ebenso wie die Bundesstiftung Umwelt lehnen dies bisher ab.

 

Schutzgebiete als Rückzugsorte für invasive Arten

 

Mit Blick auf die EU-Verordnung zum Umgang mit invasiven Arten sind Schutzgebiete derzeit "weiße Flecken": Marderhund, Waschbär, Mink, Nilgans und Nutria werden dort so gut wie nicht bejagt. Die per Verordnung geforderte Eindämmung dieser invasiven Arten ist so nicht möglich. Im Gegenteil: Schutzgebiete entwickeln sich zunehmend zu deren Rückzugs- und Reproduktionsräumen - zum Nachteil geschützter Vogel- und Säugetierarten.

Eine Vielzahl von Projekten, bei denen Jägerschaft und andere Naturschutzverbände kooperieren, zeigt: Die Bejagung von Raubsäugern hilft, Artenvielfalt zu erhalten. Beispiel Bremer Blockland, ein Vogelschutzgebiet von europaweiter Bedeutung: Von 2014 bis 2018 hat sich dort die Anzahl von Wiesenbrütern wie dem Kiebitz mehr als verdoppelt - durch Kombination von Lebensraumverbesserung und Fuchsbejagung.
 

Land Hessen untergräbt Artenschutz

 

Die gesetzlichen Vorgaben in Deutschland ermöglichen eine tierschutzgerechte Fangjagd, die essenziell für den Artenschutz ist. Um so unverständlicher sind Bestrebungen von Vertretern des ehrenamtlichen und behördlichen Naturschutzes, die Fangjagd zu torpedieren. Das jüngste Beispiel liefert das Hessische Ministerium für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit seinem Erlass zum Prädationsmanagement in Naturschutzgebieten und Natura-2000-Gebieten. Obwohl die Prädation als wesentliche Verlustursache bei Bodenbrütern und anderen Zielarten des Naturschutzes bekannt ist, wird das Instrument "Jagd" hinsichtlich seiner Effektivität als fragwürdig angesehen. Andere Maßnahmen wie Einzäunung von Brutplätzen oder Ummantelung von Horstbäumen werden bevorzugt. Künftig soll sogar die Finanzierung von "aktivem Prädatoren-Management aus Naturschutzmitteln" unterbleiben.
 

Beispiele für Kooperation von Naturschutz und Jagd im Sinne des Artenschutzes:

"Wildschutzprogramm Feld & Wiese" in Rheinland-Pfalz

"Bremer Blocklandprojekt"

ASP up-date

 

DJV 09.10.2020   Gestern bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) drei weitere Fälle von Afrikanischer Schweinepest (ASP) in Brandenburg. Zwei Schwarzwildkadaver im Landkreis Oder-Spree im bisherigen Kerngebiet und ein weiterer im Landkreis Märkisch-Oderland. Die Fundorte befinden sich jeweils in den schon bestehenden umzäunten Kerngebieten.

 

Bisher wurden insgesamt 53 Fälle der ASP im Wildschweinbestand nachgewiesen. 49 infizierte Wildschweine wurden innerhalb des ersten ausgewiesenen Kerngebiets gefunden, neun in der Gemeinde Schenkendöbern im Landkreis Spree-Neiße und 42 nahe Neuzelle im Landkreis Oder-Spree. Im neu ausgewiesenen Kerngebiet bei Bleyen (Landkreis Märkisch-Oderland) sind seit dem 28. September zwei ASP-Fälle bestätigt worden. Aufgrund dessen umfasst das ASP-Restriktionsgebiet in Brandenburg zwei Kerngebiete und ein gemeinsamen gefährdetes Gebiet.

 

Das erste Kerngebiet um die Fundorte bei Sembten (Landkreis Spree-Neiße) und nahe Neuzelle (Landkreis Oder-Spree) hat eine Fläche von rund 150 Quadratkilometern. Das zweite um den Fundort in Bleyen (Landkreis Märkisch-Oderland) hat eine Fläche von rund 45 Quadratkilometern. Das gemeinsame gefährdete Gebiet weist eine Fläche von rund 2.200 Quadratkilometern auf.

"Hässliche Frau, wir finden Dich"

 

 

26. September 2020 (DJV) Berlin
 

Der Fall Waidfräulein hat vor zweieinhalb Jahren für Aufsehen gesorgt: Mehr als 2.000 Hasskommentare in 48 Stunden gab es bei Facebook. Der DJV hat die betroffene Jägerin unterstützt. Inzwischen gibt es in mehr als 50 Fällen Strafbefehle, Urteile, Schmerzensgeld oder Unterlassungserklärungen.

 

 

Im Frühjahr 2018 hat sich eine Jägerin unter dem Pseudonym
Im Frühjahr 2018 hat sich eine Jägerin unter dem Pseudonym "Waidfräulein" auf Facebook konfrontiert gesehen mit mehr als 2.000 Hasskommentaren in zwei Tagen. (Quelle: instagram.com/waidfraeulein)

Im Frühjahr 2018 hat sich eine Jägerin unter dem Pseudonym "Waidfräulein" auf Facebook konfrontiert gesehen mit mehr als 2.000 Hasskommentaren in zwei Tagen. Dr. Heiko Granzin, Experte für Internetkriminalität, hat in Kooperation mit dem Deutschen Jagdverband (DJV) über 50 Fälle erfolgreich abgeschlossen. Weitere Verfahren laufen noch. Neben Unterlassungserklärungen gab es über ein Dutzend straf- und zivilrechtliche Verurteilungen. Die dingfest gemachten Hasskommentatoren mussten insgesamt mehrere 10.000 Euro für Strafen und Verfahrenskosten bezahlen. Die Beschimpfung des Waidfräuleins mit "F**ze" kostete beispielsweise insgesamt rund 3.800 Euro. Für die Drohung "Hässliche Frau wir finden Dich, pass auf Deine Gesundheit auf" fielen insgesamt fast 1.400 Euro an Schmerzensgeld und Gerichtskosten für die Täterin an. "Wir raten jedem, der von Hasskriminalität im Internet betroffen ist: Beweise sichern und Anzeige erstatten", sagte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Es brauche einen langen Atem, aber Straftäter müssten lernen, dass das Internet kein rechtsfreier Raum sei.

 

Die besondere Hürde: Facebook hat seinen Sitz in Irland. Bei Verdachtsfällen können Namen oder IP-Adressen bisher nur über die Staatsanwaltschaft ermittelt werden. Das verzögert den gesamten Prozess erheblich. Künftig soll es leichter werden, sich gegen Hassrede im Internet zu wehren. Der Bundestag hat ein Gesetz gegen Rechtsextremismus und Hasskriminalität Mitte Juni verabschiedet. In Kraft ist es allerdings noch nicht. Beleidigungen bestraft der Gesetzgeber künftig deutlich schärfer. Das Maß für Freiheitsstrafen wurde beispielsweise von bisher einem auf zwei Jahre angehoben. Betreiber sozialer Netzwerke haben zudem bald eine Meldepflicht gegenüber dem Bundeskriminalamt bei Verdachtsfällen. Staatsschutzdelikte, Androhung von Straftaten, Bedrohung mit Verbrechen oder sexualbezogene Androhungen werden damit deutlich schneller ermittelt und schärfer bestraft werden können.

 

Die 5 teuersten Beleidigungen und Drohungen im Überblick:

Joachim W.: "F**ze" - 3.800 Euro Gesamtkosten für Gericht, Anwalt, Schmerzensgeld

 

Evelyn S.: "Miststück" und "Abschaum" - 3.300 Euro Gesamtkosten für Gericht, Anwalt, Schmerzensgeld.

 

Angela H.: "Schlampe", "besuchen, fesseln, knebeln", "Ladung Schrot ins Hinterteil" - 2.000 Euro Gesamtkosten für Gericht, Anwalt und Schmerzensgeld.

 

Daniela K.: "Ich sag nur Karma, Du Dreckstück" - 1.600 Euro Gesamtkosten für Gericht, Anwalt und Schmerzensgeld.

 

Julia O.: "Hässliche Frau, pass auf Deine Gesundheit auf. Wir finden Dich:" - 1.400 Euro für Gericht, Anwalt und Schmerzensgeld.

 

Im DJV-Interview erklärt Dr. Granzin, auf was zu achten ist, wenn sich jemand gegen Hassrede zur Wehr setzen möchte.

Erster ASP-Fall in Deutschland bestätigt

 

 

10. September 2020 (DJV) Berlin

DJV und LJV Brandenburg fordern Behörden zur Zusammenarbeit mit Jägern auf. Jäger, Landwirte und Förster sollen jeden Wildschwein-Kadaver umgehend melden - etwa über Tierfund-Kataster-App. Verdächtige Tiere sollten nicht angefasst werden - es droht eine Verschleppung des Virus. 

 

(Berlin, 10. September 2020) Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat heute morgen den Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Brandenburg bestätigt. Der stark verweste Kadaver eines Wildschweins wurde wenige Kilometer von der deutsch-polnischen Grenze im Spree-Neiße-Kreis gefunden. Der Deutsche Jagdverband (DJV) und der Landesjagdverband Brandenburg (LJV) rufen die zuständige Veterinärbehörde auf, mit Landwirten und Jägern vor Ort die Strategie zur Eindämmung transparent zu erarbeiten und umzusetzen. "Es geht jetzt darum, ohne Hektik jeden Fundort zügig zu isolieren und damit eine weitere Ausbreitung zu verhindern", sagte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. "Die Jäger vor Ort haben die beste Orts- und Fachkenntnis und sind bereit, sich einzubringen", ergänzte LJV-Präsident Dr. Dirk-Henner Wellershoff. DJV und FLI haben gemeinsam einen Maßnahmenkatalog entwickelt. Die Behörden müssten jetzt Maßnahmen aus diesem Werkzeugkasten intelligent kombinieren, so Dr. Böhning.

 

Jäger, Landwirte, Förster und Erholungssuchende ruft der DJV zu erhöhter Aufmerksamkeit auf: Wildschweinkadaver sollten in jedem Fall dem zuständigen Veterinäramt oder über den Notruf gemeldet werden. Tote Wildschweine, die über die App des Tierfund-Katasters (www.tierfund-kataster.de) gemeldet werden, erreichen direkt das FLI und gehen von dort an das zuständige Veterinäramt. Kadaver sollten keinesfalls angefasst, sondern lediglich gesichert werden: Das ASP-Virus überlebt selbst im Schlamm eines Radkastens über 100 Tage - das Verbreitungsrisiko ist entsprechend groß. Ein Transport ist nur in dichten Spezialbehältern sicher. Kleidung, Schuhe und weitere Gegenstände sollten nach Kontakt mit verdächtigen Kadavern desinfiziert werden. Für den Menschen ist das Virus ungefährlich. Infizierte Haus- und Wildschweine sterben innerhalb weniger Tage.

 

Der DJV hat wichtige Fragen zur Afrikanischen Schweinepest in einem Papier beantwortet und eine Broschüre zum Thema veröffentlicht. Laufend aktualisierte Infos gibt es im Internet unter www.jagdverband.de/asp. 

Sieben weitere Rudel bestätigt

Die Zahl der in Niedersachsen nachgewiesenen Wolfsrudel steigt auf 35.

Die Anzahl an bestätigten Wolfsrudeln in Niedersachsen steigt von 28 auf 35, dabei wurden 4 neue Territorien bestätigt und 3 Territorien hochgestuft:

  1. Im Raum Rotenburg (Landkreis Rotenburg (Wümme)) wurde ein Welpe anhand von Fotofallenaufnahmen nachgewiesen.
  2. Im Raum Rehden (Landkreis Diepholz) wurde ein Welpe durch einen Verkehrsunfall getötet.
  3. Im Raum Steinhorst (Landkreise Celle und Gifhorn) wurde ein Welpe anhand von Fotofallenaufnahmen nachgewiesen.
  4. Im Raum Heeslingen (Landkreise Rotenburg (Wümme), Stade und Harburg) wurden 2 Welpen anhand von Filmaufnahmen bestätigt.
  5. Im bestehenden Territorium Werlte (Landkreise Emsland und Cloppenburg) wurden 8 Welpen anhand von Fotofallenaufnahmen bestätigt.
  6. Im bestehenden Territorium Bad Bodenteich (Landkreis Uelzen) wurden 2 Welpen anhand von Fotofallenaufnahmen bestätigt.
  7. Im bestehenden Territorium Walle (Landkreis Celle) wurde eine laktierende Fähe durch einen Verkehrsunfall getötet.

Damit sind insgesamt 37 Wolfsterritorien in Niedersachsen bestätigt: 35 Wolfsrudel und 2 Wolfspaare. Weitere Informationen zu den in Niedersachsen nachgewiesenen Territorien finden Sie hier: https://www.wolfsmonitoring.com/monitoring/wolfsterritorien/.

 

Wolf gesehen? – Bitte melden!

Um weiterhin den Wolfsbestand in Niedersachsen möglichst realistisch darstellen zu können, bitten wir weiterhin um Meldung von Wolfshinweisen aus den niedersächsischen Revieren. Von besonders hoher Bedeutung sind Foto-/Filmaufnahmen, Losungen und Wildtierrisse. Hierfür können unsere Online-Formulare unter  bzw. die Smartphone-App „Wolfsmeldungen Niedersachsen“ genutzt werden.

 

Bei frischen Losungsfunden oder Wildtierrissen wird zwecks genetischer Untersuchung um direkte Kontaktaufnahme zu einem Wolfsberater oder dem Wolfsbeauftragten der LJN gebeten. Hinweis: Frische Losung kann auch durch Einfrieren konserviert werden, welches auch noch spätere Untersuchungen ermöglicht. Wildtierrisse sollten zum Schutz vor Verunreinigung (z.B. Witterung, Nachnutzer oder (eigenem) Hund) mit einer Plane abgedeckt werden.

 

Alle Daten werden streng vertraulich behandelt. Etwaige Ortsbegehungen finden ausschließlich nach Absprache mit Grundeigentümer und Nutzungsberechtigten statt!

 

Kontaktinformationen

Für weitere Informationen zum Monitoring wenden Sie sich gerne an den Wolfsbeauftragten der Landesjägerschaft Niedersachsen e.V..

 

Die Liste der ehrenamtlichen Wolfsberater und weitere Informationen zum niedersächsischen Wolfsmonitoring finden Sie hier.

Jungjäger für Umfrage gesucht

 

 

13. August 2020 (DJV) Berlin
 

Was sind Motive und Wünsche der kommenden Jägergeneration? Die bereits dritte bundesweite DJV-Jungjägerbefragung soll Einblicke geben. Alle Jagdschulen sind aufgerufen, mitzumachen. Den Fragebogen gibt es gedruckt oder online.

 

Der DJV möchte wissen, wie die junge Jägergeneration tickt und ruft alle Jagdschulen auf, die DJV-Jungjägerbefragung zu unterstützen.
Der DJV möchte wissen, wie die junge Jägergeneration tickt und ruft alle Jagdschulen auf, die DJV-Jungjägerbefragung zu unterstützen. (Quelle: DJV)

Immer mehr Deutsche machen das Grüne Abitur. Was treibt sie an und was sind ihre Wünsche? Der Deutsche Jagdverband (DJV) möchte wissen, wie die junge Jägergeneration tickt und ruft alle Jagdschulen auf, die DJV-Jungjägerbefragung zu unterstützen. Das unabhängige IfA Marktforschungsinstitut Bremer & Partner (IfA) aus Essen führt diese im Auftrag durch. „Wir wollen unsere Arbeit noch stärker an jungen Menschen ausrichten. Und wir wollen zeigen, wie vielfältig und lebendig Jagd und Jäger sind“, sagte DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Die Umfrage läuft insgesamt ein Jahr, um alle Kursformen abzubilden. Einsendeschluss ist der 30. September 2021.

 

Gedruckte Fragebögen können kostenlos samt Freiumschlag über die DJV-Service GmbH bestellt werden (E-Mail: info@djv-service.de). Auf der DJV-Internetseite steht ein ausfüllbares PDF-Formular zum Herunterladen bereit. Zusätzlich gibt es eine Online-Version des Fragebogens. Abrufbar ist dieser zum Beispiel mobil über Smartphone und Tablet. Egal ob handschriftlich oder digital: Die Umfrage dauert lediglich etwa 10 Minuten. Alle gesammelten Daten werden vom IfA Marktforschungsinstitut anonym erfasst und ausgewertet. 

Nach 2011 und 2016 ist es die dritte DJV-Jungjägerbefragung. Es zeigt sich bereits jetzt, dass der Anteil der Jägerinnen in Deutschland weiter steigt. So waren 2016 mit 24 Prozent, bereits ein Fünftel mehr Frauen in den Vorbereitungskursen als 2011. Familientradition spielt offensichtlich immer weniger eine Rolle: 2016 gab ein Fünftel der Jagdschüler an, keine jagdlichen Vorerfahrungen zu haben. Ein knappes Viertel lebt zudem in der Stadt. Durchschnittlich liegen die Ausgaben für einen Jagdschein bei 1.900 Euro.

Die Resultate der vergangenen Jungjägerbefragung können hier abgerufen werden.

 

Freilaufende Katzen bedrohen die weltweite Artenvielfalt

 

 

6. August 2020 (DJV) Berlin
 

Eine neue Studie zeigt: Verwilderte Hauskatzen richten in der Tierwelt erhebliche Schäden an. Der DJV fordert zum Weltkatzentag am 8. August eine generelle Melde- und Kastrationspflicht, um unkontrollierte Fortpflanzung zu verhindern.

 

Viele Vögel, kleine Säugetiere und Reptilien fallen verwilderten Hauskatzen zum Opfer.
Viele Vögel, kleine Säugetiere und Reptilien fallen verwilderten Hauskatzen zum Opfer. (Quelle: DJV)

 

 

Verwilderte Hauskatzen bedrohen Wildtiere weltweit auf verschiedene Weise. Sie schaden der globalen Artenvielfalt durch räuberisches Verhalten, Furchteffekte, Rivalität, Krankheiten und Kreuzungen. Darauf weisen die Autoren eines Artikels im People and Nature Journal hin,  das von der British Ecological Society (BES) herausgegeben wird. Internationale Abkommen verpflichteten Regierungen, den Aktionsradius von Hauskatzen zu beschränken und verwilderte Katzen zu entfernen, so die Autoren. Viele kämen ihren Verpflichtungen nicht nach. In Deutschland fallen nach Hochrechnungen des Deutschen Jagdverbandes (DJV) jährlich mindestens 100 Millionen Vögel sowie 300 Millionen kleine Säugetiere und Reptilien verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Der DJV fordert deshalb eine bundesweite Kastrations- und Kennzeichnungspflicht nach dem Paderborner Modell.

 

Mit rund 14,8 Millionen Tieren ist die Katze hierzulande das beliebteste Haustier. Dazu kommen rund 2 Millionen Katzen, die herrenlos herumstreunen. Das große Problem besteht darin, dass sich Freigängerkatzen mit ihren verwilderten Artgenossen fortpflanzen und diese unbemerkt Junge zur Welt bringen. Durchschnittlich paaren sich Katzen zweimal im Jahr. Aus einem Wurf überleben in freier Wildbahn etwa drei Junge. Einem linearen Rechenmodell zufolge hat ein verwildertes Hauskatzenpärchen in nur sieben Jahren etwa 420.000 Nachkommen. Die neue Generation Streuner ist sehr scheu, entzieht sich komplett dem Einfluss der Menschen und ist in den meisten Fällen nicht sozialisierbar. Das macht ein Aufenthalt im Tierheim oder eine Vermittlung an Tierfreunde kaum möglich.

 

Hier gibt es den Original-Artikel.
Eine Zusammenfassung ist hier zu finden.

Was ist Jagd und was machen Jäger?

Britische Prominente missachten Menschenrechte

 

 

17. Juli 2020 (DJV/CIC) Berlin      Vertreter afrikanischer Dörfer und Kommunen werfen Prominenten in Großbritannien vor, ihre Menschenrechte zu verletzen. In einem offenen Brief warnen sie vor den Auswirkungen einer britischen Anti-Jagdkampagne auf den Wildtierschutz und die Lebenssituation der Landbevölkerung Afrikas. CIC und DJV teilen die Sorge um eine neue Form des Kolonialismus, die auch bei deutschen Tierrechtsorganisationen weit verbreitet ist.

 

Britische Berühmtheiten wie der Pop-Sänger Ed Sheeran, TV-Komiker Ricky Gervais oder die James-Bond "M"-Darstellerin Judi Dench nutzen aktuell ihren VIP-Status zur Unterstützung einer Kampagne gegen die Jagd weltweit. Über 50 Repräsentanten aus sieben südafrikanischen Ländern fordern die Prominenten in einem offenen Brief nun direkt auf "ihre Popularität nicht mehr dazu einzusetzen, die Rechte unserer armen Bevölkerung mit Füßen zu treten und dadurch den Wildtierschutz im südlichen Afrika aufs Spiel zu setzen". Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) warnen vor ähnlichen, neokolonialistischen Kampagnen und Petitionen deutscher Tierrechtsorganisationen, durch die erfolgreiche Artenschutzmodelle und Einkommen in strukturschwachen Regionen der Welt gefährdet werden.

 

In dem offenen Brief wird klargestellt, dass "durchschnittlich 50 bis 90 Prozent der wirtschaftlichen Anreize zum Wildtierschutz aus nachhaltiger, regulierter, humaner und wissenschaftlich überwachter Jagd stammen. Dies hat in den Ländern des südlichen Afrikas zu einem Anstieg von Wildtierbeständen und der Erweiterung ihrer Lebensräume um 80 Prozent geführt." Die Unterzeichner - darunter Bürgermeister aus Botswana und Sprecher der CAMPFIRE- und Conservancy-Projekte in Simbabwe und Namibia - verlangen ein Ende der Verunglimpfung ihrer weltweit anerkannten Erfolge im Naturschutz. Sie fordern die sofortige Anerkennung ihres grundlegenden Menschenrechts auf nachhaltige Nutzung ihrer natürlichen Ressourcen, von denen die Lebensgrundlagen ihrer Bevölkerung abhängt: "Alles andere bedeutet, die Rechte von Tieren über die Rechte von uns Afrikanern zu stellen."

 

Die Kampagne flankierend, hat die britische Naturschutzbehörde DEFRA im Frühjahr 2020 mit einer öffentlichen Konsultation den Im- wie Export von Jagdtrophäen prüfen lassen. CIC und DJV haben an dieser Umfrage teilgenommen, da eine Option ein vollständiges Ein- und Ausfuhrverbot für Jagdtrophäen vorsieht. Deutsche Jäger wären dadurch betroffen, sie dürften dann beispielsweise kein Hirschgeweih oder -fell mehr als Erinnerung an eine Schottland-Reise nach Deutschland mitnehmen.

 

Der Automarder beißt wieder zu

 

 

10. Juli 2020 (DJV) Berlin
 

Sommerzeit ist Paarungszeit beim Steinmarder: Jetzt kommt es zu zahlreichen Schäden unter der Motorhaube. Auch andere anpassungsfähige Wildtiere sorgen in urbanen Regionen für Ärger. Um geplünderte Mülltonnen, verwüstete Gärten und beschädigte Autos zu vermeiden, gilt: Abstand halten und nicht füttern.

 

Steinmarder im Baum (Quelle: Rolfes)

Die Paarungszeit des Steinmarders sorgt im Juli und August jährlich für Unmut unter Autofahrern. Zerstörte Kabel, Schläuche oder Isoliermatten sind die Folgeschäden eines unerbittlichen Revierkampfs. Steinmarder nutzen geparkte Pkw als Schlafplatz, Speisekammer und Aussichtsplattform. Wittert der ortsansässige Marder den Duft eines Konkurrenten, greift er alle Autoteile an, die nach dem Rivalen riechen. Besonders Pendler, die ihr Auto unbewusst in unterschiedlichen Marderrevieren parken, sind von den Beißattacken betroffen. Jedes Jahr verursachen Marder einen Versicherungsschaden in Millionenhöhe. Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt Autofahrern, vor jeder Fahrt auf auslaufende Flüssigkeit oder herumliegende Gummiteile zu achten. Teure Folgeschäden lassen sich so vermeiden.

 

Neben dem Steinmarder suchen auch andere anpassungsfähige Arten wie Fuchs, Waschbär und Wildschwein die Nähe zum Menschen. Ein wärmeres Klima, zahlreiche Verstecke, kaum natürliche Feinde und ausreichend Nahrung – Siedlungen bieten beste Bedingungen. Damit  Kulturfolger Abstand von Menschen halten, sollte bewusstes sowie unbewusstes Füttern vermieden werden. Hunde- oder Katzenfutter locken Fuchs und Waschbär an. Kompost und Mülltonnen bieten Wildtieren ebenfalls Nahrung und sollten deshalb immer verschlossen sein. Fuchs und Waschbär können Krankheiten auf Hunde und Katzen übertragen. Wildschweine graben auf der Suche nach Würmern und Mäusen Rasenflächen um. Fühlen sich die Allesfresser bedroht, attackieren sie Hunde und sogar Menschen. In der Stadt sind sie ein Risiko für Autofahrer.

 

Wie sichere ich das Auto gegen den Marder? Wie halte ich Wildschweine vom Garten fern? Hilfreiche Tipps zum Umgang mit Wildtieren gibt es in der Broschüre "Wilde Wohngemeinschaften – Wildtiere in der Stadt und ihre Folgen". Diese steht im Internet zum Herunterladen bereit oder kann im DJV-Shop bestellt werden.

 

Hallo Urlaub, tschüss Tierliebe

 

 

 

3. Juli 2020 (DJV)          Mit der Urlaubszeit beginnt die Odyssee des Leidens für Hund, Katze und Co. Sie werden ausgesetzt und ihrem Schicksal überlassen – auch zum Leidwesen von heimischen Wildtieren. Der DJV ruft Halter zu verantwortungsbewusstem Handeln auf und gibt Tipps.

 

Viele Haustiere werden in der Ferienzeit zur Last und kurzerhand ausgesetzt. (Quelle: Kaufmann/DJV)
Viele Haustiere werden in der Ferienzeit zur Last und kurzerhand ausgesetzt. (Quelle: Kaufmann/DJV)

Waren Haustiere während der Corona-Pandemie wichtige Gefährten, ist es mit dem Ferienbeginn oftmals vorbei mit der Tierliebe: Kleintiere, Vögel, aber auch Schlangen und Frösche enden auf Raststätten oder im Wald. Rund 500.000 Haustiere werden laut Tierschutzverbänden jährlich ausgesetzt. Der Deutsche Jagdverband (DJV) appelliert an das Verantwortungsbewusstsein von Tierbesitzern und informiert über die Folgeschäden für die heimische Tierwelt.

 

„Zur Urlaubsplanung gehört auch, eine Bleibe fürs Haustier zu organisieren“, sagt Detlef Zacharias zuständig für Tierschutz im DJV-Präsidium. „Aussetzen ist keine Lösung und hat schwerwiegende Folgen für die heimische Artenvielfalt.“ Um zu überleben, gehen Hunde und Katzen notgedrungen auf Jagd und erbeuten kleinere Säugetiere, aber auch bedrohte Singvögel oder Amphibien. Nach DJV-Hochrechnungen töten allein verwilderte Hauskatzen in Deutschland jährlich 100 Millionen Vögel sowie 300 Millionen Säugetiere und Reptilien. Ausgesetzte exotische Tiere wie zum Beispiel die Schmuckschildkröte verdrängen heimische Arten. 

Laut Paragraf 3 des Tierschutzgesetzes ist das Aussetzen und Zurücklassen von Tieren verboten und wird mit Geldstrafen von bis zu 25.000 Euro geahndet. Gefundene Tiere sollten im zuständigen Tierheim, bei Feuerwehr oder Polizei abgegeben werden.

 

Inzwischen gibt es bundesweit zahlreiche haustierfreundliche Ferienunterkünfte. Für Tiere, die nicht gut mit Veränderungen zurechtkommen, sind Freunde, Familie oder Tiersitter eine Option. Auch Tierpensionen helfen weiter, wenn es um die Suche nach einer geeigneten Übergangsbleibe geht.

 

Botswana: Leben wie im Flüchtlingscamp

 

 

24. Juni 2020 (DJV/CIC) Berlin

Botswanas Regierung hat 2019 ein Jagdverbot aufgehoben. Grund dafür sind ausufernde Mensch-Tier-Konflikte und die Lebensraumzerstörung durch Elefanten. DJV und CIC präsentieren einen Dokumentarfilm zur Situation vor Ort.

 

Der CIC in Deutschland und der DJV zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben.
Der CIC in Deutschland und der DJV zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben. (Quelle: Screenshot Voices from the Fronline)

Ein seit 2014 bestehendes generelles Jagdverbot auf Staats- und Kommunalland in Botswana ist im Mai 2019 aufgehoben worden. Grund dafür waren ausufernde Mensch-Tier-Konflikte. Insbesondere Elefanten hatten in der jagdfreien Zeit die Lebensgrundlagen von Menschen sowie die Lebensräume anderer Tierarten zerstört und damit ein aktives Management notwendig gemacht. Der Internationale Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) zeigen in einem Dokumentarfilm, was es für Menschen bedeutet, inmitten von Elefanten und Löwen zu leben.

 

Die Jagd in Botswana war unter dem damaligen Präsidenten Ian Khama verboten worden. Der 60-minütige Beitrag schildert die massiven Auswirkungen dieser ideologisch geprägten Entscheidung, die vorrangig westliche Tierrechtsorganisationen forciert hatten.

 

In der Folge waren Verdienstmöglichkeiten, Einkommen und Nahrungsmittel für die Bevölkerung verloren gegangen. Garantien und Versprechen auf Beschäftigung in anderen Bereichen, wie etwa dem Ökotourismus (Fototourismus) als Ersatz, blieben unerfüllt. Betroffene wie der Bauer Patrick Ramatsitla schildern in der Dokumentation, warum sie auf ihrem eigenen Land wie in einem Flüchtlingscamp leben, Angst um ihre Existenz haben und gezwungen sind, Traditionen aufzugeben. 

 

Botswana beherbergt mit mindestens 135.000 Tieren die größte Elefantenpopulation Afrikas, die sich Wasser und Land mit einer stetig wachsenden Bevölkerung teilt. Nach Expertenmeinung übersteigt die Elefantenpopulation die Kapazität der botswanischen Ökosysteme (circa 55.000 Elefanten) deutlich.

 

Die Dokumentation veranschaulicht detailliert, warum Jagdverbote kontraproduktiv sind: Nachhaltige, regulierte Jagd trägt zur Lösung von Mensch-Tier-Konflikten bei und dient als Einkommensquelle dem Schutz von Wildtierbeständen und ihren Lebensräumen.

Hubertus Enkel lassen grüßen.

 

Mitten in der Kleinstadt Hemmoor im Landkreis Cuxhaven konnten die Anwohner eines Wohngebietes ein weißes Reh mehrfach beobachten und schließlich fotografieren.

 

Das besondere war nicht nur die Farbe, sondern auch der Platz den sich das Reh gesucht hatte. Ein kleines Tannenwäldchen von ca. 1,5 ha genau zwischen der Bahnlinie Cuxhaven/Hamburg und der viel befahrenden Bundesstraße 73 nach Hamburg diente dem Reh als Einstand. Das Waldstück ist komplett eingezäunt und kann nur über den Garten eines einzigen Hausgrundstücks betreten werden.

 

Ob das Reh dort Kitze zur Welt gebracht hat, ist noch nicht bekannt.

 

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Foto: Isabelle Rückleben

ZDF-Doku "Großwildjagd im Ausland":

Jagdverbände äußern Kritik

 

18. Juni 2020 (DJV/CIC) Berlin

CIC und DJV reagieren mit einem Faktencheck auf eine Dokumentation der Frontal21-Redaktion über Jagdreisen von deutschen Jägern nach Afrika.


Ein ZDF-Beitrag des Investigativ-Formats "Frontal21" berichtet über deutsche Jäger auf Großwildjagd in Afrika. Um beim Zuschauer für Aufmerksamkeit zu sorgen, nutzt das Format fragwürdige Jagdszenen aus dem Internet. Der Internationale Jagdrat (CIC) in Deutschland und der Deutsche Jagdverband (DJV) stellen fest: Der Beitrag zeichnet ein verzerrtes Bild der Auslandsjagd und ihres Beitrages zum weltweiten Artenschutz.

 

Die ZDF-Richtlinien sehen unter anderem den „vorbehaltlosen Willen zur Wahrhaftigkeit und zur Sachlichkeit“ vor: Der Beitrag "Deutsche auf Trophäenjagd“ von „Frontal21“ nutzt allerdings Jagdszenen und sogenannte "Erlegerfotos" US-amerikanischer Kunden in Südafrika. Im Anschluss wird zu einer Vor-Ort-Recherche der Redaktion in Namibia übergeleitet. Beim Zuschauer muss der Eindruck entstehen, die Szenen stammten aus Namibia. Im Beitrag wird beispielsweise ohne weiteren Hinweis auf die Hintergründe gezeigt, wie ein US-Amerikaner in einem Gatter einen extra hierfür gezüchteten Löwen tötet. In Namibia hingegen dürfen Gastjäger überhaupt keine Löwen erlegen - die Praxis des Gatterabschusses ist dort überdies verboten.

 

CIC und DJV haben mit Verantwortlichen aus Regierung und Naturschutz in Namibia gesprochen. Die Fakten zur Sendung:

  • Obwohl der Beitrag "Deutsche auf Trophäenjagd" titelt, werden Jäger aus Deutschland überhaupt nicht gezeigt.
  • Anders als der Beitrag suggeriert, stammt die gezeigte Löwen-Szene nicht aus Namibia, sondern aus Südafrika. Sie zeigt keinen deutschen Jäger. Es handelt sich um das Töten eines sogenannten "Captive Bred Lion" - eines gezüchteten Löwen - gegen Geld. CIC und DJV verurteilen diese Praxis auf das Schärfste. Es gibt derartige Angebote in Südafrika, in Namibia sind sie verboten.
  • "Canned Lion Shooting" - das Töten dieser gezüchteten Löwen in Gattern - wird überwiegend von US-Amerikanern praktiziert, die gänzlich andere jagdethische Vorstellungen als deutsche Jäger haben.  Solche Angebote haben für den Ausschluss des südafrikanischen Berufsjägerverbandes (PHASA) aus dem Internationalen Rat zur Erhaltung des Wildes und der Jagd (CIC) gesorgt und sind auch auf der Messe "Jagd&Hund" in Dortmund verboten. 
  • In Namibia gibt es aktuell gar keine Quote für Löwen. Lediglich Problemtiere, die eine Gefahr für die Sicherheit von Menschen und deren Vieh darstellen, dürfen im Auftrag und überwacht durch das Umweltministerium erlegt werden. Gastjäger erhalten hierfür keine Erlaubnis.
  • Der Beitrag zweifelt an, dass Einnahmen aus der Jagd die Bevölkerung erreichen - als Beweis wird die Uhungo-Conservancy genannt. Die Uhungo-Conservancy ist nur eine von knapp 90 namibischen gemeindebasierten Hegegemeinschaften. Im Rahmen des Conservancy-Modells erhalten die Gemeinden 100 Prozent der Jagdeinnahmen. Mit diesem Geld werden derzeit nachweislich über 700 kommunale Wildhüter, Entwicklungs- und Naturschutzprojekte finanziert (Chris Weaver, WWF Namibia). Die Probleme in der Uhungo-Conservancy wurden nicht durch die Jagd verursacht, sondern basieren auf Missmanagement der verantwortlichen Gemeindevertreter. Die Behauptung, Elefanten würden "durch verdorbenes Wasser aggressiv", ist schlichtweg absurd.
  • Gezeigt wird die Erlegung eines Giraffenbullen. Was nicht gezeigt wird: Dieser ist verletzt, die Erlegung aus Gründen des Tierschutzes ist verpflichtend. Vermutlich durch eine illegale Schlinge von Wilderern ist ein Huf ausgewachsen. Am Rücken klafft zudem eine massive, vereiterte und mit Fliegenmaden besetzte Wunde. Ein Giraffenbulle dieses Alters pflanzt sich nicht mehr fort.
  • Anders als im Beitrag suggeriert, sind die Bestände an Giraffen in Namibia nicht gefährdet. In Ländern mit regulierter Jagd sind sie stabil oder sogar zunehmend. 

Das namibische Umweltministerium (MET) kritisiert den ZDF-Fernsehbeitrag in einer Videobotschaft. Auch der namibische Berufsjägerverband (NAPHA) bemängelt die Darstellung der Jagd.

Jägerprüfung 2020
 
JLHC, Cuxhaven, 15.06.2020  
Hier für alle nochmal die Termine der Jägerprüfung 2020: 
02.07.2020   Schriftliche Prüfung
04.07.2020   Schießprüfung
06.07.2020   Revierprüfung und Ergebnisse
Die Zeugnisübergabe kann lt. Unt. Jagdbehörde in diesem Jahr leider nur auf postalischem Weg erfolgen.
 
WICHTIG zur Beachtung 
Auch in diesem Jahr starten die Vorbereitungslehrgänge zur Jägerprüfung schon im August, gleich nach den Sommerferien. 
 
Anmeldungen bitte direkt an Dr. Stefan Thiems, 04721/59470 oder 0170/4100442 oder stefanthiems(at)yahoo.de 
 
 

WILD-Portal bietet jetzt digitale Jagdstatistiken

 

 

4. Juni 2020 (DJV) Berlin

Nutzer können ab sofort digitale Daten für insgesamt 20 Tierarten abrufen. Tabellen, Diagramme und Karten lassen sich individuell für bestimmte Regionen erstellen. Im Fokus: Paarhufer und invasive Arten.Im WILD-Portal können jetzt auch interaktive Karten zur Streckenstatistik, beispielsweise zum Schwarzwild, angesehen und individuell nach Regionen gefiltert werden.

 

Ab sofort bietet der Deutsche Jagdverband (DJV) digitale Jagdstatistiken von 1996/97 bis 2018/19 im WILD-Portal an. Auf der Internetseite www.wild-monitoring.de können Nutzer auf bundesweite Auswertungen aus dem Wildtier-Informationssystem der Länder Deutschlands (WILD) zugreifen. Aktuelle Jagdstatistiken und Trends für verschiedene Arten lassen sich in Form von Karten, Diagrammen und Tabellen darstellen. Die digitalen Daten orientieren sich am kürzlich veröffentlichten WILD-Jahresbericht 2018.Im Fokus stehen Schalenwildarten wie Reh-, Rot- und Schwarzwild sowie invasive Arten, wie Waschbär, Nutria und Nilgans.

 

Nutzer können die Ergebnisse über Filter individuell zusammenstellen. Zudem gibt es die Möglichkeit, Grafiken herunterzuladen - beispielsweise für Präsentationen oder weiterführende Fragestellungen. Insgesamt lassen sich im Portal Informationen zu Vorkommen, Besatzdichte und -entwicklung sowie Jagdstatistik von 20 Tierarten recherchieren.

 

Der DJV stellt über das WILD-Portal seit 2019 WILD-Ergebnisse digital zur Verfügung. Die Daten werden analog zum jährlich erscheinenden WILD-Jahresbericht regelmäßig erweitert. Jäger, Behörden und Interessierte können mit wenigen Klicks Auswertungen nach Region, Besatzdichte oder Wildtierart filtern und ansehen. Der Wissensschatz der Jäger wird so allgemein zugänglich gemacht.

Faire Entlohnung für Umweltleistungen der Landwirte

 

27. Mai 2020 (DJV) Berlin
 

DJV fordert anlässlich der Sondersitzung von Agrar- und Umweltministern: Artenschutz als Produktionsziel festschreiben. Finanzierung der GAP muss langfristig gesichert werden. DJV begrüßt entsprechende Ansätze in der EU-Biodiversitätsstrategie 2030.

 

(Berlin, 27. Mai 2020) Anlässlich der morgigen Sondersitzung der Umwelt- und Agrarminister des Bundes und der Bundesländer mit den zuständigen EU-Kommissaren für Agrar und Umwelt fordert der Deutsche Jagdverband (DJV): Landwirte müssen künftig für Umweltleistungen fairer entlohnt werden. Biodiversität und Artenschutz müssen als Produktionsziel festgeschrieben werden. Entscheidend für eine Steigerung der Artenvielfalt sind Maßnahmen, von denen Insekten, Wiesen- und Feldvögel sowie weitere Wildtiere nachhaltig profitieren. Der DJV begrüßt entsprechende Inhalte der EU-Biodiversitätsstrategie für 2030, die am vergangenen Mittwoch in Brüssel durch die Kommission vorgelegt wurde. Unter anderem wird darin gefordert, dass ein fester Prozentsatz landwirtschaftlicher Fläche mit vielfältigen ökologischen Strukturen zu gestalten sind und somit aufgewertet werden. Dazu gehören beispielsweise mehrjährige Brachen mit heimischen Wildpflanzen, Altgrasstreifen, mehrjährige Blühstreifen und Hecken.

 

Die Biodiversitätsstrategie für 2030 und die auf Gesundheit und Nachhaltigkeit ausgerichteten EU-Lebensmittelstrategie "Farm to Fork" ("Vom Hof auf den Tisch") sind Teil des Europäischen "Green Deals". Entsprechend beeinflussen sie die weiteren Verhandlungen über die zukünftige Gemeinsame Europäische Agrarpolitik (GAP). Durch Verzahnung der Strategien mit der GAP sollen langfristiger Erhalt der Natur und die Nachhaltigkeit der Landwirtschaft weiter gefördert werden. Der DJV setzt sich für eine zukunftsfähigere und flexiblere europäische Agrarpolitik ein, die Artenvielfalt explizit fördert. Erhalt und Förderung einer intakten, diversen Kulturlandschaft müssen deutschland- und europaweit als Ziel festgeschrieben werden. Aus diesem Grund ist es begrüßenswert, dass die EU-Kommission konkrete Empfehlungen an die Mitgliedsstaaten abgibt, bevor diese die nationalen GAP-Strategiepläne erarbeiten.

 

In beiden Strategien wird immer wieder auf die GAP verwiesen: Diese müsse in Zukunft Landwirten attraktive Anreize bieten, nachhaltiger zu wirtschaften. Hier bietet beispielsweise der Ansatz der Eco-Schemes (Öko-Regeln) großes Potential, die Landwirtschaft in einen breit getragen gesellschftlichen Konsens zu gestalten: Aus einem Katalog von Maßnahmen für die Artenvielfalt könnten Landwirte diejenigen auswählen, die am besten zu ihrer Betriebsstruktur passen. Im Gegensatz zu den klassischen Agrarumweltmaßnahmen aus der zweiten Säule müssen Eco-Schemes zusätzlich eine finanzielle Anreizkomponente enthalten, die über die Einkommensverluste hinausgeht und für eine faire Entlohnung sorgt. Deswegen begrüßt der DJV, dass auch die Kommission die Einführung eines Mindestbudgets für Eco-Schemes unterstützen wird.

 

Weiterhin fordert der DJV eine langfristig ausreichende Finanzierung der GAP, um den formulierten Herausforderungen für Landwirtschaft, Klimawandel und Artenrückgang begegnen zu können. Die Mitgliedsstaaten und die Kommission müssen sicherstellen, dass nationale GAP-Strategiepläne mit genügend Ressourcen ausgestattet und angemessen umgesetzt werden. Kürzungen der 1. und vor allem der 2. Säule lehnt der Verband ab. In letzterer sind die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen untergebracht. Besser wäre es, dass die Förderinstrumente künftig praxisgerecht formuliert und ihr Effekt wissenschaftlich belegt sind. Zudem müssen sie ohne zusätzlichen bürokratischen Aufwand umsetzbar sein. Bereits in der GAP-Übergangsphase ab 2021 sollten mehr Mittel für Maßnahmen zum Klima- und Naturschutz bereit gestellt werden.

 

Verschiedenste Modellprojekte in den Bundesländern, wie etwa das Wildschutzprogramm Feld & Wiese (LJV Rheinland-Pfalz) oder das Kooperationsprojekt "Bunte Biomasse" (Veolia Stiftung, Deutsche Wildtier Stiftung und DJV), zeigen: Es gibt viele und vor allem verschiedene praxistaugliche Maßnahmen, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen. Derartige Erkenntnisse müssen im Rahmen der künftigen Agrarpolitik auf Bundes- und Europaebene berücksichtigt werden.

 

Quellen: EU-Biodiversitätsstrategie für 2030

"Farm to Fork"-Strategie

Artenschutz als Produktionsziel für die Landwirtschaft

 

7. Mai 2020 (DJV) Berlin
 

Von den Teilnehmern der Agrarministerkonferenz fordert der DJV mehr Anreize für die Artenvielfalt. Die europäische Agrarpolitik sollte weniger bürokratisch und mit mehr Praxisbezug sein. Kürzungen des GAP-Budget werden abgelehnt.

 

Anlässlich der anstehenden Agrarministerkonferenz (AMK) fordert der Deutsche Jagdverband (DJV), dass Landwirte für Umweltleistungen künftig fairer entlohnt werden. Biodiversität und Artenschutz in der landwirtschaftlich geprägten Kulturlandschaft müssen als Produktionsziel festgeschrieben werden. Entscheidend für eine Steigerung der Artenvielfalt und den Artenschutz sind Maßnahmen, von denen Insekten, Feldvögel und das Wild nachhaltig und langfristig profitieren. Dies sind unter anderem mehrjährige Brachen mit heimischen Wildpflanzen, Altgrasstreifen, mehrjährige Blühstreifen und der Anbau von Wildpflanzen statt Mais zur Biogaserzeugung. "Mehr Artenschutz auf dem Acker funktioniert nur, wenn die Landwirte Anreize bekommen. Dazu gehören zum Beispiel attraktive und unbürokratische Agrarumweltmaßnahmen", sagte DJV-Vizepräsident Helmut Dammann-Tamke.

 

Der DJV fordert die Agrarministerinnen und Agrarminister der Länder und des Bundes auf, sich für eine zukunftsfähige und flexiblere Gemeinsame Agrarpolitik (GAP) auf europäischer Ebene einzusetzen. Beispielsweise bietet der Ansatz der Eco-Schemes (Öko-Regeln) großes Potential, die Landwirtschaft nachhaltiger zu gestalten: Aus einem Katalog von Maßnahmen für Artenvielfalt könnten Landwirte die auswählen, die am besten zu ihrer Betriebsstruktur passen. Im Gegensatz zu den klassischen Agrarumweltmaßnahmen aus der zweiten Säule dürfen Eco-Schemes zusätzlich eine finanzielle Anreizkomponente enthalten, die über die Einkommensverluste hinausgeht.

 

Weiterhin fordert der DJV ein langfristig stabiles GAP-Budget. Kürzungen der 1. und vor allem der 2. Säule lehnt der Verband ab. In letzterer sind die Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen untergebracht. Die Maßnahmen müssen künftig praxisgerecht formuliert sein und ihr Effekt wissenschaftlich belegt. Zudem müssen sie ohne bürokratischen Aufwand umsetzbar sein.

 

Verschiedenste Modellprojekte, etwa die Allianz für Niederwild (LJV Baden-Württemberg) oder das Kooperationsprojekt "Bunte Biomasse" (Veolia Stiftung, Deutsche Wildtier Stiftung und DJV), zeigen: Es gibt viele und vor allem verschiedene praxistaugliche Maßnahmen, die Ökologie und Ökonomie in Einklang bringen. Derartige Erkenntnisse müssen im Rahmen der künftigen Agrarpolitik auf Bundes- und Europaebene berücksichtigt werden.

 

Die Verhandlungen zur gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) nach 2020 verlaufen auf europäischer Ebene weiterhin schleppend. Deshalb hat der Agrarausschuss des Europäischen Parlamentes für 2021 und 2022 eine GAP-Übergangsverordnung ohne große Veränderungen abgestimmt. Die AMK berät kommendem Freitag in einer Telefonkonferenz erneut über die Fortsetzung der GAP nach 2020.

 

Mit Fleischwurst und Pfefferbeißer gegen Corona-Krise

 

 

24. April 2020 (DJV) Berlin
 

Paderborner Jäger spenden Fleisch von Reh und Wildschwein für Menschen in Not. Schon 2.500 kostenlose Mahlzeiten im Wert von 10.000 Euro wurden verteilt.


Die Corona-Pandemie schränkt die übliche Grundversorgung für Bedürftige ein. Seit Beginn des Jagdjahres am 1. April 2020 unterstützt die Kreisjägerschaft Paderborn deshalb obdachlose, kranke und arme Menschen mit Spenden. Und zwar mit Wildbret in Form von Fleischwurst, Pfefferbeißer und Bratwurst. Auch Leberwurst und Gulasch werden angeboten. Gesamtwert der Ware: 10.000 Euro. Ein zertifizierter Fachbetrieb stellt die Wildbret-Produkte her und verteilt die Lebensmittel mit Kühlfahrzeugen an verschiedene regionale Hilfsorganisationen.

"Der Bedarf ist riesig. Und es wäre toll, wenn mehr Jägerschaften in Deutschland mitmachen würden und Bedürftigen helfen", sagt Annika Güthoff, Obfrau für Öffentlichkeitsarbeit der Kreisjägerschaft Paderborn. Innerhalb von drei Wochen wurde das hochwertige Fleisch von insgesamt 45 Rehen und Wildschweinen verarbeitet. Mehr als 2.500 Mahlzeiten gingen an unterschiedliche Hilfsorganisation wie die Paderborner Tafel, die Speisenkammern, die Bahnhofsmission, B2 Streetwork sowie die SKM Tagesstätte für Wohnungslose.

Die Aktion der Kreisjägerschaft Paderborn läuft vorerst bis Anfang Mai. Wegen der großen Nachfrage wird derzeit überlegt, die Kampagne neu aufzulegen.

Naturkundebuch über den

Landkreis Cuxhaven

 

om/Neuenkirchen      Im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit hat unsere Jägerschaft ein Naturkundebuch für Kinder im Alter von 5 bis 15 Jahren entworfen.

 

Unter dem Titel „Was wächst und lebt denn da im Cuxland“ werden, mit anschaulichen Bildern und kleinen Texten, Tiere und Pflanzen des Landkreises Cuxhaven vorgestellt.

 

Die Autoren Uwe Klindworth und Olaf Mohr haben darauf geachtet, dass die Inhalte  für jüngere und für ältere Kinder geeignet sind, und somit eine möglichst große Altersbandbreite umfassen.

 

Neben den informativen Zeichnungen und Texten beinhaltet das Buch kleine Rätsel, Spiele und Seiten zum Anmalen.

 

Viele dieser Bücher wurden bereits an die Schulen und Kindergärten unseres Landkreises kostenlos verteilt und mit viel Freude gelesen.

 

Bei Bedarf wendet euch an die Hegeringleiter unserer Jägerschaft. Dort könnt ihr welche bekommen.

 

cuxland

 

 

 

Bundesregierung bestätigt Notwendigkeit der Jagd

 

9. April 2020 (DJV) Berlin

Bundesregierung: keine allgemeine Ausgangssperre für Jäger. Trotz Corona-Pandemie ist Jagd wichtig zum Schutz vor Wildschäden und der Afrikanischen Schweinepest. DJV erachtet Einreiseverbot für Jäger nach Mecklenburg-Vorpommern als rechtswidrig.

Die Jagd dürfe nur in Form einer Einzeljagd durchgeführt werden, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten, so das BMI. (Quelle: DJV)

Trotz Corona-Pandemie: Die Bundesregierung sieht eine Befreiung der Jäger von einer allgemeinen Ausgangssperre als gerechtfertigt an. In einem Schreiben an den Deutschen Jagdverband (DJV) betont das Bundesinnenministerium (BMI): Jäger tragen zum Schutz der systemrelevanten Daseinsvorsorge bei. Auch das Bundeslandwirtschaftsministerium hat sich in einem ähnlich lautenden Schreiben gegenüber dem DJV geäußert. Daraus geht unter anderem hervor, dass der Jägerschaft "eine unzweifelhaft außerordentlich große Bedeutung" zukomme, wenn es um den Schutz der Land- und Forstwirtschaft vor Wildschäden gehe. Auch die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest sei ein wichtiger Grund, Jäger von einer allgemeinen Ausgangssperre zu befreien. Die Ministerien reagieren damit auf einen Eilbrief von DJV-Präsident Dr. Volker Böhning. Mitte März hat er die drei zuständigen Ministerien gebeten, die Einzeljagd weiter zu ermöglichen.

 

Einzeljagd soll bundesweit möglich sein

 

Das BMI hat nach eigenen Worten die Innenministerien der Länder zwischenzeitlich gebeten, die zuständigen Stellen im jeweiligen Bundesland auf die für notwendig erachtete Ausnahmeregelung hinzuweisen. Die Fahrt ins Revier müsse auf direktem Weg erfolgen, führt das BMI in seinem Brief aus. Die Jagd dürfe nur in Form einer Einzeljagd durchgeführt werden, um das Infektionsrisiko möglichst gering zu halten. Der DJV betont dabei, dass die Einzeljagd auch von mehreren Personen im Revier gleichzeitig ausgeübt werden kann, sofern die Kontaktbeschränkungen beachtet werden.

 

Rechtswidrig: Einreiseverbot für Jäger nach Mecklenburg-Vorpommern

 

Der DJV kritisiert weiterhin, dass in Mecklenburg-Vorpommern die strengen Einreisebeschränkungen auch für Jäger gelten sollen, die dort ihren Verpflichtungen nachkommen. DJV-Präsident Dr. Volker Böhning, zugleich Präsident des Landesjagdverbandes Mecklenburg-Vorpommern, stellt die Beschränkungen für Touristen nicht grundsätzlich in Frage. Eine Ausweitung auf Jäger sei jedoch unverhältnismäßig und damit rechtswidrig. DJV und Landesjagdverband Mecklenburg-Vorpommern raten allen betroffenen Revierinhabern, sich eine verweigerte Einreise schriftlich bestätigen zu lassen. Dies ist wichtig, um dagegen notfalls vor Gericht vorgehen zu können und später Ersatzansprüche durchsetzen zu können.

 

Landkreis Ostprignitz-Ruppin scheitert mit Einreisebeschränkung

 

Unterdessen hat das Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg ein generelles Einreiseverbot im Landkreis Ostprignitz-Ruppin (Brandenburg) gekippt. Der Landkreis hatte auf Grund dieser Regelung auch einem ortsfremden Jäger die Anreise ins Revier untersagt.

 
 

Regelungen zur Jagdausübung während

der Corona-Pandemie

 

Zur Verhinderung eines unkontrollierten Anstiegs der Fallzahlen im Zusammenhang mit dem Coronavirus (SARS-COV-2) hat das Niedersächsische Ministerium für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung am 22.03.2020 eine Allgemeinverfügung zur Beschränkung sozialer Kontakte anlässlich der Corona-Pandemie herausgegeben (Az. 401-41609-11-3).

 

Auf vielfache Nachfrage informieren wir nach Rücksprache mit dem Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz an dieser Stelle über die Auswirkungen auf die Jagdausübung.

 

Bei den Regelungen der Allgemeinverfügung handelt es sich nicht um eine allgemeine Ausganssperre. Ganz im Gegenteil wird betont, dass es auch in dieser Zeit wichtig ist, Bewegung im Freien an der frischen Luft zu ermöglichen. Aus medizinischer Sicht ist die Bewegung sogar zu empfehlen. Nicht das Verlassen der Wohnung ist die Gefahr, sondern der häufige unmittelbare Kontakt zu anderen, möglicherweise infizierten Personen. Deshalb wurden folgende Regelungen erlassen:

  • Die Bürgerinnen und Bürger werden angehalten, die Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstands auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren.
  • In der Öffentlichkeit ist- wo immer möglich- zu anderen Personen ein Mindestabstand von mindestens 1,5 m einzuhalten. Dies gilt nicht für Personen, die in einer gemeinsamen Wohnung wohnen.
  • Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist nur alleine, mit einer weiteren nicht im Haushalt lebenden Person oder im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstands gestattet.

Diese Vorgaben vorausgesetzt, ist die Ausübung der Jagd in Form der Einzeljagd nach wie vor unverändert zulässig.

 

Bei einem Aufenthalt von mehreren Personen im Revier ist der persönliche Kontakt unbedingt zu vermeiden. Wir empfehlen, vorab eine fernmündliche Absprache, alternativ über Messenger Dienste oder E-Mail, vorzunehmen. Gemeinsames Aufbrechen oder der gemeinsame Beginn bzw. der gemütliche Ausklang des Ansitzes von mehreren Personen in der Jagdhütte ist derzeit natürlich nicht möglich.

 

Anfallende Revierarbeiten, die Ausbildung von Jagdhunden, die Tätigkeiten bei Wildunfällen, die Abgabe von Wild an Metzgereien, die Direktvermarktung und weitere jagdliche Aktivitäten sind dann, wenn sie alleine oder zusammen mit in einer häuslichen Gemeinschaft lebenden Personen erfolgen und unter Beachtung der in der Allgemeinverfügung vorgegebenen Restriktionen (insbesondere Abstandsregelung) nach wie vor möglich.

Auch das Niedersächischen Landwirtschaftsministerium hat für eine entsprechende Klarstellung gesorgt (am Ende der nachstehenden FAQ-Seite:

 

https://www.ml.niedersachsen.de/startseite/aktuelles/coronavirus-faq-186571.html

Dies ist der derzeitige Stand der Dinge. Sollte sich hieran etwas ändern werden wir entsprechend informieren.

Junge Seehunde bitte nicht anfassen!

 

Noch bis August säugen Seehunde ihren Nachwuchs auf Sandbänken an den Küsten. Der Deutsche Jagdverband bittet Urlauber, Abstand zu halten. Junge Seehunde auf keinen Fall anfassen, sonst werden sie zu Waisen.

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Junge Seehunde in keinem Fall anfassen, da sie sonst verwaisen. (Quelle: Kaufmann/DJV)

Urlauber an der Nord- und Ostseeküste können derzeit mit etwas Glück Seehunde in ihrem natürlichen Lebensraum beobachten. Noch bis August säugen die Tiere ihren Nachwuchs auf Sandbänken. Der Deutsche Jagdverband (DJV) empfiehlt dringend, einen Mindestabstand von 300 Metern einzuhalten: Fühlen sich die Tiere gestört, kann es sein, dass Mutter- und Jungtier getrennt werden. Das kann fatale Folgen haben. Die kleinen Robben müssen alle paar Stunden gesäugt werden, sonst verhungern sie.


Abstand halten gilt auch beim Auffinden vermeintlich verlassener Jungtiere, die nach ihrer Mutter rufen. Manchmal befindet sich diese in der Nähe auf Futtersuche im Wasser. Oder sie hat ihren Nachwuchs nur zum Säugen auf der Sandbank abgelegt. Falsch verstandene Tierliebe kann Seehundjunge zu verwaisten Heulern machen: Menschen sollten das Tier keinesfalls anfassen, da die Mutter es dann wahrscheinlich nicht mehr annimmt. Seehunde haben als Fischfresser zudem von Geburt an spitze Zähne. Sie können damit ernsthafte Verletzungen hervorrufen und über den Speichel Krankheiten übertragen.


Urlauber sollten Heuler längere Zeit aus sicherer Entfernung beobachten und im Zweifelsfall die zuständige Seehundstation anrufen. Speziell geschulteWattenjagdaufseher (Niederachsen) und Seehundjäger (Schleswig-Holstein) entscheiden vor Ort über die weitere Vorgehensweise. Handelt es sich um einen Heuler, der endgültig von seiner Mutter getrennt wurde, wird dieser in die jeweilige Einrichtung zur Aufzucht gebracht. Vor allem nach Stürmen werden vermehrt Heuler an der Küste gesichtet. Ansprechpartner für die gesamte niedersächsische Küste ist die Seehundstation Norddeich (Telefon 04931/ 97 33 30), für die Küsten in Schleswig-Holstein die Station Friedrichskoog (Telefon 04854/ 13 72).


In Norddeich wurden im vergangenen Jahr knapp 250 Seehunde eingeliefert, in Friedrichskoog rund 210. Schleswig-Holstein hat für 2018 mit 4.500 Seehund-Geburten in freier Natur einen Rekord verzeichnet - ein Plus von mehr als 11 Prozent gegenüber dem Vorjahr. In Niedersachsen hingegen waren die Zählergebnisse rückläufig: Knapp 2.160 Jungtiere bedeuten ein Minus von rund 2,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

 

Die Seehundstationen in Norddeich und Friedrichskoog gründen auf dem Engagement der Jäger und der jeweiligen Landesjagdverbände. Die für die Arbeit der beiden Stationen so wichtigen Wattenjagdaufseher oder Seehundjäger sind Jäger, die sich speziell fortgebildet haben und ihrer Tätigkeit ehrenamtlich nachgehen. 

Jägerschaft Land Hadeln / Cuxhaven  - 

Freisprechung  der Jungjägerinnen und Jungjäger

 

 

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 Foto: JLHC

 

Gemeinsam mit den Lehrgangsabsolventinnen und  -absolventen der Jägerschaft Wesermünde-Bremerhaven feierten die frischgebackene Jungjägerin und die Jungjäger der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven am 12. April 2019 in der Gaststätte Stockfisch in Moorausmoor  ihren Abschluss.

 

Eine Dame und achtzehn  Herren hatten sich für die ca. 8 Monate dauernde Ausbildung entschieden, die zum einen die Teilnahme an vielen Unterrichtsstunden während der Woche bedeutete, zum anderen aber auch Einsatz an zahlreichen Wochenenden verlangte:  hier fanden die Schießausbildung, Reviergänge, Drückjagden und Exkursionen statt. Eine anstrengende Zeit, die den Lehrgangsteilnehmern neben ihren beruflichen Verpflichtungen, aber auch deren Familien zahlreiche Opfer abverlangte! Schließlich musste noch eine anspruchsvolle, mehrtägige  Prüfung absolviert werden, die alle Teilnehmer des Lehrgangs bestanden haben.

 

Die Teilnahme am zeitaufwendigen Jägerlehrgang sei die richtige Entscheidung gewesen, so der Lehrgangsleiter Gerhard Klotz. Eine fundierte Ausbildung sei die wichtigste Voraussetzung für ein gutes Jägerleben. Auch müsse jedem Jäger bewusst sein, dass hinter jeder Trophäe eine achtenswerte Kreatur stehe.  Ebenso  sei auch der Naturschutz eine wichtige Verpflichtung für den Jäger, denn ohne Naturschutz  sei  Jagd auf Dauer nicht möglich.

 

Ähnliche Worte fand auch der Kreisjägermeister Ahrend Müller, indem er die Jungjägerin  und die Jungjäger zu waidgerechtem Handeln aufrief. Eine gute Jagd setze immer die Übereinstimmung von Kopf und Herz voraus.  „Seien Sie sich Ihrer Verantwortung bewusst und jagen Sie mit Anstand!“ , so der Kreisjägermeister. Er  gratulierte der Lehrgangsteilnehmerin und den –teilnehmern  zur bestandenen Prüfung  und dankte allen Ausbildern und Prüfern für deren vorbildliche und ausgezeichnete Arbeit, die zu diesem hervorragenden Prüfungsergebnis geführt habe.

 

Auch der neu gewählte Vorsitzende der Jägerschaft Land Hadeln Cuxhaven, Andreas Schwanke,  gratulierte dem Lehrgang zur bestandenen Prüfung, wünschte baldigen jagdlichen Anschluss und Waidmannsheil für das kommende Jägerleben.  

Eckardt Jaeger, der Sprecher des Jägerlehrgangs, ließ die Ausbildungszeit noch einmal humorvoll Revue passieren und sprach einen herzlichen Dank an alle Ausbilder und Prüfer aus. Den Ausbildern wurde schließlich noch ein originelles Präsent überreicht.

 

Die Prüfungszeugnisse und Jägerbriefe wurden den Lehrgangsabsolventen vom Kreisjägermeister und Prüfungsvorsitzenden Ahrend Müller, Frau Steffens als Vertreterin der Unteren Jagdbehörde , dem Ausbildungsleiter Gerhard Klotz und dem Vorsitzenden der Jägerschaft Land Hadeln/Cuxhaven, Andreas Schwanke,  unter dem Beifall der Anwesenden  überreicht.

 

Kerstin van der Meer erhielt als Lehrgangsbeste eine Einladung zu einer Ansitzjagd.

 

Mit einem herzlichen Dank an die Bläserinnen und Bläser, die unter der Leitung von Wolfgang Mordhorst und Wolfgang Leder  für den feierlichen musikalischen Rahmen des Abends gesorgt hatten, schloss Gerhard Klotz den offiziellen Teil der Veranstaltung.

 

Mit Erfolg haben die Jägerprüfung abgelegt: Kerstin van der Meer, Hanke Kamps, Florian Reisen, Tobias Schumacher, Andre Olsowski, Joachim Buhr, Rolf Dieter Klatt, Tristan Gogl, Werner Schrutek, Marten Schrutek, Timo Lampe, Justin Görse, Thorsten Santomauro, Dr. Stefan Thiems, Hauke Köster, Fabian Lühmann, Harry Wesch, Daniel Cialon, Eckardt Jaeger.

 

 

Wildbret-Abgabe: die meisten Jäger fallen nicht unter das Verpackungsgesetz

Das vom DJV in Auftrag gegebene Gutachten bestätigt, dass nur Jäger vom neuen Verpackungsgesetz betroffen sind, die gewerbsmäßig mit Wildbret handeln. Dennoch gibt es einige wichtige Dinge zu beachten.

 

Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. (Quelle: DJV)
Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. (Quelle: DJV)

Das neue Verpackungsgesetz, das zum 1. Januar 2019 in Kraft tritt, bringt auch für einige Jäger neue Pflichten mit sich. Zunächst bestanden noch erhebliche Unsicherheit darüber, wer von dem Gesetz betroffen ist. Jetzt bestätigt ein Verpackungsrechtsexperte in einem vom DJV in Auftrag gegebenen Gutachten: Jäger, die Wildbret verpackt - etwa vakuumiert - abgeben, handeln nicht „gewerbsmäßig“, wenn sie keine Gewinne aus der Jagd erzielen. Demnach sind sie vom kommenden Verpackungsgesetz nicht betroffen und müssen sich nicht registrieren.

 

Vor allem land- oder forstwirtschaftliche Betriebe, bei denen die Jagd ein Teil des Betriebes ist, fallen grundsätzlich in den Anwendungsbereich des Verpackungsgesetzes. Diese Betriebe können in vielen Fällen aber sogenannte „Serviceverpackungen“ verwenden und damit die Registrierungspflicht vermeiden.

 

Der DJV hat sein Frage-Antwort-Papier zum Thema aktualisiert. Dort finden Jäger detaillierte Antworten zur möglichen Registrierungspflicht.

 

Das Verpackungsgesetz löst zum Jahreswechsel die bislang geltende Verpackungsverordnung ab. Neu ist unter anderem eine Registrierungspflicht für Hersteller von verpackten Produkten. Diese müssen sich (wie bisher) an einem „dualen System“ zur Entsorgung der Verpackung beteiligen.

Die dunkle Seite der Tierrechte

 

Menschenrechte für Tiere? Zum Bundesjägertag veröffentlicht der DJV ein Comic, das Konsequenzen von gefährlichen Allmachtsphantasien zeigt. Gegen radikale Tierrechtler im Internet geht der Dachverband der Jäger derzeit vor.

 

http://newsletter.jagdverband.de/system/assets/3285/original/comic_tierrechte_djv.jpg

 

(link zum Comic)

 

 

Projekt Fellwechsel gestartet

 

Das von LJV Baden-Württemberg und DJV initiierte Projekt Fellwechsel ist in die erste Saison gestartet. Raubwildbälge können ab sofort für die Fellwechsel GmbH gesammelt werden. Die Verbände informieren, wie Jägerinnen und Jäger das Projekt unterstützen können. (link vollständiger Artikel)

DJV-Pressemeldung

Von Spatzen und Katzen


Ausgesetzte Haustiere richten in der Tierwelt oft erheblichen Schaden an. Der DJV appelliert zum Internationalen Tag der Katze am 8. August 2017 an das Verantwortungsbewusstsein von Haustierhaltern.


(Berlin, 7. August 2017) Etwa 2 Millionen streunende, besitzerlose Katzen gibt es in Deutschland nach Angaben von Tierschutzverbänden. In der Urlaubszeit landen besonders viele Haustiere auf der Straße. Teilweise müssen diese dann unter erbärmlichen und tierschutzwidrigen Umständen in freier Wildbahn ihr Leben fristen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) betont, dass nicht nur die Haustiere selbst leiden, sondern auch die heimische Tierwelt: Nach Hochrechnungen auf Basis mehrerer Studien fallen mindestens 14 Millionen Singvögel in Deutschland verwilderten Hauskatzen zum Opfer. Diese machen nur ein Viertel der Beute aus; hinzu kommen 70 Prozent kleine Säuger und zahlreiche Reptilien.


Der DJV fordert aus Tier- und Artenschutzgründen eine bundesweite Melde- und Kastrationspflicht für Hauskatzen nach dem Vorbild des Paderborner Modells. Auf diese Weise soll eine unkontrollierte Fortpflanzung von Freigängern mit verwilderten Artgenossen verhindert werden. Der Nachwuchs wird meist unentdeckt großgezogen, die Hauskatzen verwildern. Katzen paaren sich durchschnittlich zwei mal im Jahr. Überleben pro Wurf etwa drei Junge, resultieren aus einem Hauskatzenpärchen in sieben Jahren etwa 420.000 Nachkommen (lineares Modell).


Tierhalter verstoßen gegen das geltende Tierschutzrecht, wenn sie ihre Schützlinge einfach aussetzen. Der DJV empfiehlt, frühzeitig die Versorgung der Haustiere während der Urlaubszeit sicherzustellen. Wer ein herrenloses Tier findet, sollte das Ordnungsamt oder die Polizei informieren. Alternativ können Fundtiere in Tierheimen abgegeben werden.

 

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Nicht nur Feldhasen, sondern auch andere kleine Säugetiere fallen wildernden Hauskatzen zum Opfer.

 

Quelle: DJV

Auf seinen eigenen Pfoten kehrt der Wolf, ein einst hierzulande ausgerottete Tierart, nach Deutschland zurück. Er bereichert unsere Natur, benötigt jedoch keine Wildnis. Untersuchungsergebnisse zeigen, dass er auch in der europäischen Kulturlandschaft zurechtkommt.

 

Die Rückkehr dieser Tierart polarisiert. Generell gilt: Der Wolf ist eine streng geschützte, immer noch gefährdete Tierart, die es europaweit zu schützen gilt und von der es in ganz Deutschland derzeit nur relativ wenige Individuen gibt. Der beiliegende Flyer beantwortet einige grundsätzliche Fragen, um Ihnen den souveränen, sachlichen Umgang mit dem Wolf zu erleichtern.

Aktualisiert 27.11.2020

 

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