Dieses interessante abendliche Zusammentreffen gab es jüngst beim Waldmuseum Wingst. Anlass war die Ferienspaß-Aktion „Mit den Jägern ins Revier“, organisiert und durchgeführt von den Wingster Jägern I und II.

Den Kindern wurden zunächst Quiz-Aufgaben gestellt, die sich mit Flora und Fauna der umgebenden Natur beschäftigten. Erfolgreiche Lösungen nehmen nunmehr an einer Verlosung von Sachpreisen des regionalen Hegerings teil.

Um die wichtige Unterstützung der Jäger durch ihre „treuen Kollegen“, die Hunde, ging es dann bei der Vorstellungsrunde von Jägern und Hunden. Als bemerkenswert wurde zur Kenntnis genommen, dass bei der Jagd verschiedene Hunderassen in Abhängigkeit vom Körperbau sehr spezielle Zwecke erfüllen, vom Bauhund bis zum Vorstehhund. Dass sich sowohl Jäger als auch Hunde vor dem ersten Gang ins Revier umfangreichen Lehrgängen und Prüfungen unterziehen müssen, hat die Kinder sehr erstaunt.

Ein kurzer Besuch im Waldmuseum bereitete die Kinder dann auf den folgenden „Pirschgang im Revier“ vor: Im Eingangsbereich des Museums finden sich nahezu alle in der Wingst vorkommenden Vögel und Säugetiere in Form von lebensechten Präparaten, die einen hohen Wiedererkennungswert garantieren, wenn die Tiere in freier Wildbahn gesichtet werden.

So ging es dann gut vorbereitet in kleinen Gruppen in die beiden Wingster Reviere. Pflanzen wurden erklärt und Tiere bestimmt. Ansitzkanzeln der Jäger dienten dabei als Schutz vor der Entdeckung durch das Wild, das in der beginnenden Abenddämmerung die Dickungen verließ. Die Aussicht auf zahlreiche Hasen, Kitze, Ricken und Böcke war so garantiert. Greife drehten noch ihre Runden über dem Revier, und auch Fasanen wurden identifiziert. Die Informationen über jagdliches Brauchtum und die jährliche Kitzrettung durch die Jäger stießen dabei im persönlichen Gespräch auf großes Interesse.

Sicherlich hätte man den Reviergang noch ausdehnen können, aber ein gemeinsamer geselliger Abschluss beim Waldmuseum sollte diesen Abend beenden. Bratwurst, Getränke und Gespräche zwischen Jägern und Kindern über das gerade Erlebte ließen auch diesen Teil der Veranstaltung nicht langweilig werden. Freude bei den Kindern kam noch einmal auf, als sie in ein Behältnis mit Gehörnen von Rehböcken greifen durften und ihre „Jagdbeute“ als Erinnerung an den Revierabend mit nach Hause nehmen durften. Die Streicheleinheiten, die ein Teckel an diesem Abend von den Kindern erhalten hat, dürften bis zum nächsten Reviergang im Jahr 2027 ausreichen.

Für die Veranstalter und die Kinder war es ein nachhaltiges Erleben der Natur vor der eigenen Haustür, das dazu angetan ist, zukünftig den Blick für die Landschaft und die Tierwelt zu schärfen.

Bei den Jägern herrschte aufgrund des Interesses der Kinder die einhellige Meinung vor, dieses Programm auch weiterhin anzubieten.

Foto und Text: Martin Lamke