Das Jagdgebrauchswesen ist ein unverzichtbarer Bestandteil unserer Jagd. Gut ausgebildete Hunde sind nicht nur Helfer, sondern ein wichtiger Baustein für eine tierschutzgerechte Jagd. Ohne brauchbaren Hund ist eine verantwortungsvolle Jagdausübung nicht möglich. Der Jagdgebrauchshundeverband sorgt seit Jahrzehnten dafür, dass unsere Hunde praxisnah und verantwortungsvoll ausgebildet werden. Zudem führt er Prüfungen durch, die den Ausbildungsstandard und die Leistungsfähigkeit unserer Hunde dokumentieren.

Jagd und Jagdgebrauchshundewesen stehen aktuell auch politisch immer mehr im Fokus. In mehreren Bundesländern wird über Änderungen der Jagdgesetze diskutiert. Aus Sicht der Jäger muss die Ausbildung und Prüfung an der lebenden Ente sowie die Ausbildung am Schliefenfuchs für eine tierschutzkonforme Jagd bestehen bleiben. Eine realitätsnahe Ausbildung der Hunde dient dem Tierschutz. Sie verkürzt Wildleid durch schnelles und sicheres Nachsuchen in Feld, Wald und Wasser. Gerade deshalb ist und bleibt der gut ausgebildete Jagdgebrauchshund unverzichtbar. Nur ein Hund, der praxisnah ausgebildet wurde, kann im Ernstfall zuverlässig arbeiten und dazu beitragen, Wildleid schnell zu beenden.

Es gibt sehr erfreuliche Nachrichten aus dem Hegering 2 der Jägerschaft Cuxhaven/Hadeln.

Die Jungjägerin Leonie Sticht aus Nindorf hat mit ihrem kleinen Münsterländer erfolgreich die Brauchbarkeitsprüfung bestanden. Außerdem konnte Deutsch Langhaar „Jule vom Hollbäck“, die aus dem Zwinger von Mike Franetzki stammt, mit 334 Punkten im I. Preis auf der VGP geführt werden.  Die Hündin gehört Olaf von Kamp, der sich über das gute Abschneiden sehr freute.

Der Jagdgebrauchshundeverein Niederelbe bietet dieses Jahr wieder Übungsmodule an. Diese Module bieten strukturierte Möglichkeiten, jagdliche Ausbildungsinhalte praktisch zu vertiefen: Von Gehorsam und Führigkeit über Wasserarbeit bis hin zu realistischen Prüfungssituationen. Sie sind nicht nur für junge Hundeführerinnen und -führer wertvoll, sondern stärken die gemeinschaftliche Ausbildung und fördern den Austausch unter uns Waidkameraden. Bedingt durch die Hasenmyxomatose sind die Hasenbesätze in vielen revieren deutlich zurückgegangen. Deshalb wurde in diesem Jagdjahr vielerorts weniger Treibjagden durchgeführt, um den verbleibenden Bestand zu schonen. Auch die Möglichkeit, auf Wasserwild zu jagen, waren eingeschränkt. Grund dafür waren unter anderem Maßnahmen im Zusammenhang mit der Geflügelpest. Damit gab es leider auch weniger praktische Jagdmöglichkeiten für die Hunde. Umso wichtiger bleiben deshalb eine konsequente Ausbildung, Übungstage und die Arbeit in den Jagdgebrauchshundevereinen. Denn eines ist sicher: ein guter Jagdhund will arbeiten! Solange wir Jäger mit guten Hunden jagen, bleibt unsere Jagd auch in Zukunft waidgerecht, verantwortungsvoll und lebendig.

Foto und Text von Mike Franetzki