Hegering 9 – Raue Küsten, treue Gefährten – Bretonische Jagdhunde in Cuxhaven
Bericht von Tjark Makel
Die Städtepartnerschaft zwischen der bretonischen Stadt Vannes und Cuxhaven im Norden Niedersachsens besteht seit vielen Jahren und sie spielt auch in den jagdlichen Revieren eine Rolle. Denn in der Cuxhavener Jägerschaft wird die ursprünglich aus der Bretagne stammende Jagdhunderasse Epagneul Breton (auch Bretone oder Brittany) häufig geführt.
Wie die bretonische Küste mit ihren schroffen Klippen, Leuchttürmen, Wäldern und Fischerdörfern ist auch das Cuxland geprägt von rauen Küstenzonen. Wo Geest und Marsch aufeinandertreffen, Salzwiesen und Grünland bis zum Horizont reichen, der Wind häufig kräftig weht und Landwirtschaft das Bild bestimmt, finden sich ideale Lebensräume für Niederwild. Reh-, Raub- und vor allem Federwild sind hier heimisch. Arten wie das Rebhuhn und andere Bodenbrüter breiten sich dank gezielten Prädatorenmanagements wieder stärker aus. Für die ursprünglich als „Vogelhund“ gezüchteten Bretonen ist Jagd auf Flugwild eine gelebte Passion.
Dr. vet. Alexey Dronov betreibt in der Region den Zwinger „Zur Küstenheide“, eingetragen im Zuchtverzeichnis des Clubs für Bretonische Vorstehhunde (C.B.V.). Der Verein fungiert als deutschlandweiter Dachverband, in dem die jagdlich geführten Bretonen organisiert sind.
Für Hegeringleiter Horst Duncker ist Sari v.d. Küstenheide bereits der vierte Bretone in Folge. Jagd bedeutet für ihn auch Hege, Natur-, Küstenschutz und Bildungsarbeit. Kindern bringt er in zahlreichen Projekten die heimische Natur näher und erklärt, warum ein gut ausgebildeter Jagdhund etwa bei der Nachsuche verletzter Wildtiere unverzichtbar ist. Bretonen haben eine feine Nase, können gut äugen und sind passionierte Wasserarbeiter.
Der Bretone gilt weltweit als eine der am häufigsten geführten Jagdhunderassen und wird – ähnlich wie deutsche Vorstehhunde – als vielseitiger Vollgebrauchshund eingesetzt. „Wir haben viele gut ausgebildete Hunde verschiedener Rassen in unseren heimischen Revieren. Die Jägerinnen und Jäger investieren viel Herzblut, Zeit und auch finanzielle Mittel in die Hundeausbildung und -haltung. Jede Rasse bringt besondere, oft bereits angewölfte Fähigkeiten mit, die behutsam verstärkt und konsequent geformt sein wollen, damit Jäger und Hund Freude und Erfolg bei der gemeinsamen Passion haben“, sagt Andreas Schwanke, Vorsitzender der Jägerschaft Land Hadeln / Cuxhaven. Zudem schreibt das Gesetz bei Jagden auf Federwild sowie bei Drück- und Treibjagden den Einsatz brauchbarer Jagdhunde vor und in jedem Revier sollte ein solcher zur Verfügung stehen.
Im Cuxland sind neben den Hauptrassen Deutsch-Drahthaar, -Kurzhaar und -Langhaar auch Bretonen zunehmend im Einsatz. Die kleinste Vorstehhunderasse überzeugt durch ein geringes Stockmaß und ihre Vielseitigkeit als Vorsteher, Stöberer, Verlorensucher und Apportierer.
So verbinden die Westküste der Bretagne und die Landschaft um Cuxhaven nicht nur einige Stadt- und Ortsteilpartnerschaften, sondern auch die besondere Liebe zu einer vielseitigen, charakterstarken Jagdhunderasse.

v.l.n.r.: Tjark Makel mit Lola v.d. Küstenheide, Alexey Dronow mit Nella vom Junkenhof, Andreas Schwanke mit Manou vom Schwanenberg, Horst Duncker mit Sari v.d. Küstenheide und Klaus Dock mit Unkas und Leica v.d. Hubertushöhe

