Im letzten Jahr hatten sich die Mitglieder der Jagdgenossenschaft aus Hollen entschlossen eine geeignete Drohne für die Kitzrettung anzuschaffen. Jedes Jahr im Frühling, wenn die Landwirte ihren ersten Schnitt machen, kommen unzählige Kitze, Bodenbrüter und Hasen ums Leben. Die Überschneidung der Setzzeiten mit der ersten Ernte bedeutet für viele Tiere den sicheren Tod. Von Mai bis Juni, wenn die Wiesen zum ersten Mal gemäht werden, kommt bei vielen Wildarten der Nachwuchs zur Welt. In der Gemarkung Hollen wurden von der Jagdgenossenschaft Sponsoren gesucht, um die Finanzierung sicher zu stellen. Mit der Unterstützung von der Bingo-Stiftung, der Spar- und Darlehnskasse Börde Lamstedt/Hechthausen, der Volksbank Hemmoor, den örtlichen Landwirten und weiteren Geldgebern wurde im letzten Jahr eine speziell für die Problematik ausgerichtete Flug-Drohne angeschafft, mit der Jungtiere gesichtet werden können.

Sie überfliegt ausgerüstet mit einer Wärmebildkamera, in über 90 Meter Höhe Felder und Wiesen ab. Die Drohne ist zusätzlich mit einem Laser-Entfernungsmesser ausgestattet, dadurch lassen sich Wildtiere vor Mäh- und Erntearbeiten zuverlässig aufspüren und retten. Für die Logistik der einzelnen Rettungsaktionen ist der Hollner Uwe Müller zuständig. Er organisiert die Einsätze der Drohne mit drei weiteren ausgebildeten Drohnen-Piloten. „Wir haben drei Whats-App-Gruppen gebildet, die sich um die Kitzrettung kümmern“, erklärte der aktive Einsatzleiter. In den Gruppen haben sich 38 Personen, davon die Hälfte Frauen, angemeldet und stehen für die Unterstützung bereit. In diesem Jahr konnten schon 47 Kitze in geeigneten Schutzkisten festgesetzt oder größere Jungtiere abgetragen werden. „Wir sind fest davon überzeugt, dass die Leute uns auch im nächsten Jahr wieder unterstützen“ wünscht sich Uwe Müller „und wir hoffen auf eine weiterhin so gute Zusammenarbeit mit den Landwirten.“ Um den Zusammenhalt zu festigen, hatten die Landwirte die Kitzretter zu einem Grillabend eingeladen.

Von Elke Morjan/Armstorf